Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Für  das  Preußische  verzeichnet  ZlESEMER  1,  626ff.  blank  Adj.  ,blinkend,
glänzend,  rein,  klar,  sauber1  als  allgemein  vertreten  im  gesamten  Untersuchungsgebiet.
  Das  Substantiv  Blänke  f.  ,offen  gebliebene  Stelle  im  Eis,  auf
der  man  das  blanke  Wasser  sieht1  ist  sowohl  appellativisch  (Ostpreußen,
Westpreußen,  Danzig)  als  auch  in  Flurnamen  (häufig  im  alten  Kr.  Fischhausen)
  belegt  (vgl.  auch  Frischbier  1,  86).
Im  Westfälischen  kommt  blank  ,hell,  glänzend1  auch  ,bloß,  leer1  vor:  Im
Mittelwestfalischen  scheint  blank  die  Bedeutung  von  ,weiß'  zu  haben
(Woeste  33;  WestfWb  1,825ff.).
In  Thüringen  ist  blank  Adj.  ,sauber;  glänzend,  blitzend;  frei,  leer1  nur  verstreut
  belegt  (THÜRWB  1,  801f.).  Die  Frankfurter  Mundart  kennt  blank  Adj.  in
der  jüngeren  Bedeutung  ,bloß,  nackt1  (FrankeWb  1,  331).
In  den  rheinischen  Mundarten  ist  das  Lemma  blank  Adj.  ,rein,  glänzend1
appellativisch  mancherorts  im  Rheinfränkischen,  Moselfränkischen,  Ripuarischen
  und  Niederfränkischen  belegt  (RheinWb  1,  742f.).  ln  Flurnamen  ist  es
mehrfach  im  Rheinfränkischen  und  Moselfränkischen  belegt;  im  Ripuarischen
und  im  Niederfränkischen  kommt  es  auch  vor  (nördlich  der  Ahr  bis  in  den  alten
  Kr.  Geilenkirchen-Heinsberg;  auch  rechtsrheinisch  im  Rheinisch-Bergischen
  Kreis,  vgl.  DlTTMAIER  33).  ln  Nassau  ist  das  Lemma  ebenfalls  belegt,
und  zwar  in  Flurnamen  wie  Thiergartenblanken,  Blankscheiberfeld,  Blankenberg:
  Letzeres  ist  unter  Umständen  zum  Personennamen  Blanko  zu  stellen
(Kehrein  1872,  31  und  348).
Das  Adjektiv  blank  ,hell,  glänzend1  kommt  in  südhessischen  Flurnamen
vor:  vgl.  1782  Die  blancken  Tann  Äcker  (SHessFln  233),  wobei  hier  auch  an
die  jüngere  Bedeutung  ,nackt,  leer,  baumlos1  zu  denken  ist;  in  Südhessen  ist
blank  Adj.  ,glänzend,  blitzend  rein1  appellativisch  belegt.  Die  neuere  Bedeutung
  ,bar;  nackt,  bloß"  ist  ebenfalls  nachweisbar  (SHessWb  1,  891).
Das  Luxemburgische  kennt  blank  Adj.  ,klar,  glänzend1  im  appellativischen
Gebrauch  (LuxWb  1,  115).
Das  Pfälzische  hat  blank  Adj.  ,glänzend  rein  (vom  Geschirr,  vom  Spiegel
u.  ä.)‘,  das  als  Appellativ  allgemein  verbreitet  ist  (PfäLZWb  1,  964).  Für  die
Pfalz  sind  ebenfalls  historische  Siedlungsnamen  belegt,  vgl.  Blankenborg
(Lkr.  Südliche  Weinstraße):  1369  Blankenborg,  1585-1621  Blanckenborn,
1787,  1828  und  1836  Blankenborn  (=  Ort  ,zu,  bei  den  blanken  Born1).  Mhd.
blanc  ,blinkend,  weiß  glänzend,  schön1  ist  auch  für  die  Siedlungsnamen  Blanken
  (1190  Blankena)  im  Kr.  Herford,  Blankenbach  (948  Blancanbag)  in  der
Gegend  von  Siegburg  und  Blankenberg  (1060  Planchenperc)  im  Rhein-Sieg-Kreis
  anzunehmen  (Christmann  1968,  58;  Dolch/Greule  1991,  521).  An
der  Mosel  sind  sowohl  Flurnamen  wie  Blankenberger  Busch  (bei  Leutesdorf,
Lkr.  Neuwied),  1396  unsen  phuß  ...  den  man  nennet  Blankenberger  phuß,  als

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