Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

(5)  Blankenhain  (NL,  Prov.  Overijssel):  1151  Blanchenheim
(Förstemann  II,  1,481);57
(6)  Blankenberg,  Stadt  Hennef  (Rhein-Sieg-Kreis):  1171  Blankenberge
(Gysseling  149);
(7)  Blankenheim,  Stadt  Bebra  (Lkr.  Hersfeld-Rotenburg):  1180-1200  villa
Blanckinheim  (ANDRiEßEN  1990,  11I).NS
C. Blank  Adj.  ,hell,  glänzend4  ist  appellativisch  und  in  Flur-  bzw.  Siedlungsnamen
  hauptsächlich  im  Westmitteldeutschen  und  im  Niederdeutschen
belegt:  Die  Beleglage  im  Alemannischen  und  im  oberdeutschen  Raum  ist  zum
Teil  von  der  Schriftsprache  beeinflusst,  außerdem  sind  hier  die  anscheinend
mit  dem  Adjektiv  blank  gebildeten  Orts-  und  Flurnamen  (wie  auch  in  einigen
westmitteldeutschen  bzw.  niederländischen  Ortsnamen)  meist  auf  den  Personennamen
  Bianca  zurückzuführen.
In  Schleswig-Holstein  ist  der  appellativische  Gebrauch  von  blank  Adj.
,hell,  glänzend,  glatt4  belegt  (SchleswHWb  1,  370f.).  Das  Lemma  erscheint
auch  in  älteren  und  rezenten  Flurnamen,  wo  es  sich  auf  glänzende,  helle  Bäume,
  Gelände  oder  Gewässer  bezieht:  vgl.  1230  Blankenese  (Blankenese);  mit
blank  als  Bestimmungswort  gebildete  rezente  Flurnamen  wie  Blankdeelke,
B/ankager  oder  Blankeck  kommen  sehr  häufig  vor  (CLAUSEN  1988,  22;
SchleswHWb  1,  371).
Im  Hamburger  Raum  taucht  blank  Adj.  ,hell,  glänzend;  bloß,  leer4  sow'ohl
als  Appellativ  (Ende  16.  Jahrhundert)  als  auch  in  Orts-  und  Flurnamen  auf.
Als  Flurname  ist  Blankenbrook  (Blankenese,  Kr.  Pinneberg)  im  15.-18.  Jahrhundert
  belegt;  der  Ortsname  Blankenese  kommt  1371  als  de  Ord  tho  Blankenese
  vor  (HambWb  l,337f).
Für  Niedersachsen  verzeichnet  das  NsäCHSWb  2,  281  ff.  blank  Adj.  sauber,
  rein,  glänzend,  hell;  bloß,  leer4:  Das  Lemma  ist  appellativisch  allgemein
verbreitet.  Die  Nordsee  wird  poetisch  de  blanke  Hans  genannt,  besonders  bei
Sturm  und  Überschwemmungen  (ebd.;  HambWb  1,  337).  Das  Femininum
Blänke  ,schimmernde,  glänzende  Wasserfläche;  überschwemmtes  Land4  ist
ebenfalls  verschiedentlich  belegt  (NsächsWb  2,  287f.).  Das  Siebenb-SÄCHSWB
  1,  627f.  weist  auf  die  Verwendung  (eher  städtisch  und  halbmundartlich)
  von  blank,  blangk  Adj.  ,bloß,  leer4  in  einigen  Redewendungen  hin:  In
dieser  Bedeutung  ist  das  Lemma  aus  dem  Neuhochdeutschen  entlehnt.
Blank  Adj.  ,glänzend,  hell;  bloss  leer4  ist  im  Mecklenburgischen  als  Appellativ
  belegt,  wobei  auch  Flurnamen  mit  diesem  Lemma  gebildet  werden,  vgl.
Blankenbrauk,  Blankenfuurt,  Blankenkolk  (MecklWb  1,  918ff).  Die  Substantivierung
  Blänk  f.  ,Glanz,  Widerschein4  ist  ebenfalls  belegt:  vgl.  auch  die
Flurnamen  in  dei  Blänk,  Blänkbarg  (ebd.,  921).

Wie  Anm.  56,
Wie  Anm.  56.

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