Full text: 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

pallidus, albus, ardens darstellt (EWA 2, 157f.; STARCK/WELLS 63; AhdGl 
1, 410; PFEIFER 144; Heidermanns 129). Zu vergleichen sind mhd. blank 
Adj. ,weiß, glänzend' (Lexer 1, 295), mnd. blank ,hell, glänzend, weiß' 
(MndWb 1, 351), mnl. blanc (MnlWb 1, 1286; EWN 1, 324), außerdem alt¬ 
westnord. blakkr ,fahl', aber auch .braun' (als Pferdefarbe) (De Vries 1961, 
42), aengl. blanc, blonc ,weiß, fahl' (selten), blanca, blonca m. .Schimmel' 
(Holthausen 1974, 26), asächs. wahsblank .wachsbleich' (Holthausen 
1954, 8), afiries. (westfries.) blank .blank, bloß (von Schwertern)' 
(AfriesHdWB 69), aisl. blakkr ,fahl, gelbbraun' (bes. vom Pferd). Es ist 
germ. *blanka- anzusetzen, dessen Ausgangsbedeutung .schwach glänzend', 
daher .fahl, dunkel', ,hell, weiß' wäre (HEIDERMANNS 129f.). Es liegt die in¬ 
dogermanische Verbalwurzel *bhelg-, bhleg- .glänzen' mit «-Infix zugrunde; 
möglich ist auch eine Nasalisierung, die auch sonst in Glanzwörtern vor¬ 
kommt, und zwar von germ. *blaka~, *blakka- .schwarz', dessen Grundbedeu¬ 
tung .glänzend' war. Die Doppelformen *blak(k)a- und *blanka- könnten so 
sekundär in ihre Bedeutungen .schwarz' und .weiß' differenziert worden sein 
(EWA 2, 158). Mnd., mnl., nnl. blinken, nengl. blink sind als jüngere Ablei¬ 
tungen von *blanka- zu betrachten (ebd.). 
Die neuhochdeutsche Bedeutung .bloß, gar' geht wahrscheinlich auf Wen¬ 
dungen wie blankes Schwert ,gezogenes Schwert' zurück, das ursprünglich 
.blitzendes Schwert' geheißen haben dürfte, aber als .bloßes Schwert' zu ver¬ 
stehen war (KLUGE 128). Diese jüngere Bedeutung .nackt, leer, baumlos' ist 
vielfach in Flurnamen bezeugt und deshalb möglicherweise für ihre Deutung 
wichtig. 
Germ. *blanka- ersetzt die lateinischen Adjektive albus und candidus in 
der Romania;44 45 nur das Rumänische bewahrt alb. Die Zeit des Eindringens 
von germ. *blanka- ins Romanische wird kontrovers diskutiert: Nach WART¬ 
BURG ist das Adjektiv germ. *blanka- durch die Militärsprache der germa¬ 
nischen Söldner ins Vulgärlatein eingedrungen (FEW 15, 138ff). KLUGE geht 
davon aus, dass sich blank zunächst auf die Farben der Schilde der germa¬ 
nischen Söldner bezieht,4^ während BrÜCH eher an das Fell der Pferde 
44 Das Lateinische kannte nämlich für die weiße Farbe .blank' zwei Begriffe: albus 
und candidus: Letzterer Begriff unterschied sich durch den semantischen Zusatz 
.leuchtend'. „Dans toutes les langues romanes la distinction a disparu entre ,noir 
non-brillant' et ,noir brillant' et entre .blanc non-brillant' et .blanc brillant', mais, 
pour le signifié élargi .noir en général', toutes les langues romanes conservent le 
terme marqué de l’opposition latine respective ,niger\ tandis que pour le signifié 
élargi .blanc en général' les langues romanes occidentales (y compris l’italien) on le 
germanisme ,.blank' et le roumain conserve ,albus\ terme non-marqué de 
l’opposition latine albus-candidus“ (Eugenio Coseriu: Pour une sémantique struc¬ 
turale, in: Travaux de Linguistique et de Littérature 11:1 [1964], 139-186, hier 169). 
45 Friedrich Kluge: Urgermanisch, Straßburg 1913, 13. 
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