V. 7519f.: Da mit sich der hinckende zieret, / Der schele, der hoberechte,
¿/er ungeformieretD
Die Tatsache, dass gerade das nicht sehr häufig belegte, in oberdeutschen Zusammenhängen
stehende Wort Hofer, das im Saar-Mosel-Raum in der Form
Howert zur Bildung von Flurnamen verwendet wurde, in der Berleburger Versübersetzung
der Pilgerfahrt des träumenden Mönchs und außerdem im Werk
der Elisabeth von Nassau-Saarbrücken vorkommt, kann als wichtiges Indiz für
die Lokalisierung der anonym überlieferten PTM-Übersetzung und die Klärung
der Verfasserfrage dienen, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.
Eine Untersuchung der Graphien und des Lautstands nach den Reimen von
PTM (b) durch Fritz Goetze"24 hat nach der Interpretation der Befunde durch
den Autor der Studie eine Verortung des Werkes im nördlichen Teil des
Rheinfränkischen erwiesen. GOETZE denkt dabei an den hessischen Raum.
Seine Ergebnisse, z. B. Assimilation von Id > //, ¿/-Rhotazismus, Gutturalisierung
von nd zu ng, Entwicklung von ft zu cht, Schwund des h in der Verbindung
ht etc., treffen aber auch, wie HAUBR1CHS 2002, 553 und 2007a, 165
feststellte, „für das nordwestliche Rheinfränkische in Lothringen, Saarland
und Hunsrück im unmittelbaren Grenz- und Übergangsraum zum Moselfränkischen
in gleichem, vielleicht bei manchen Kriterien wie der Gutturalisierung
und dem /?-Schwund in höherem Maße“ zu.52" Daher scheint es angezeigt, den
Lautstand von PTM (b) nochmals einer genaueren Untersuchung zu unterziehen
und darüber hinaus auch den Wortschatz des Werkes detailliert zu untersuchen,
und die mit lautgeographischen Methoden gewonnenen Ergebnisse
mit Befunden wortgeographischer Untersuchungen zu konfrontieren. Als Vergleichsmaterial
können zwei erhaltene Prosafassungen der Pilgerschaft herangezogen
werden. Es handelt sich um die Darmstädter (d) und die Hamburger
(h) Prosafassung, beide aus dem mittleren bzw. späteren 15. Jahrhundert,
PTM (d) und (h) sind von einer verlorenen Prosafassung (x) abhängig, die gegenüber
der Verfassung auf die französische Vorlage zurückgreift.526 Ein ers-523
Das Adjektiv ist ferner belegt in: V. 9347: Widermachte, gedreget und hoberecht -
V. 10249: Ist der durch den hoberet sint da - V. 10253: Die alle ding hoberet machet
- V. 10289: Dann als lange ich hoberet bin auch - V. 10290: Die die da
hoberet sint - V. 10294: Bij yrer regeln sint sij hoberecht - V. 10300: So du auch
mvner hobereter einer wirdst - V. 10325: Der dielude hofferecht machet - V.
12163: Der do machet hoberet des meres gront.
'24 Untersuchungen über die Pilgerfahrt des träumenden Mönchs (Berleburger Handschrift),
Marburg 1934, hier 53.
525 Auf die Ausbreitung des /?-Schwundes bis in den Saar-Mosel-Raum und dessen Erhalt
in den rezenten Mundarten weisen schon Will 1932, 88-90 und Haubrichs
1999b, 113f. hin.
26 Ein Stemma der Überlieferung findet sich in Haubrichs 2002, 547; Ders. 2007a,
161.
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