hält sich das Namenwort Klei (Nr. 20): Klei-Flurnamen kommen verstreut im
westlichen Saarland entlang der Sprachgrenze bis zum Rand des Krummen
Eisass vor. Das Kartenbild zeigt, dass sich die Belege auffälliger weise in den
von Muschelkalk- und Mergelböden charakterisierten Gebieten des westlichen
Saarlandes und der lothringischen Hochfläche - entsprechend der Bedeutung
von Klei ,fetter Boden4 - konzentrieren. Das Wort, das heute eher im Nordwesten
und Nordosten verbreitet ist, hatte also früher eine südliche Ausdehnung.
Man kann auch hier vermuten, dass die Belege des Saar-Mosel-Raums
die ansonsten eingestürzte Brücke eines fränkischen Wortes hin zu den elsässischen
Belegen darstellen (vgl. HistWbEls 197; Kleiber 1986a, 261 ff.).
Hübel (Nr. 18) ist in den rezenten Mundarten vor allem im Mitteldeutschen
und im Oberdeutschen verbreitet. Die Verbreitung von Hübel und seinen Varianten
ist in Flurnamen des Saar-Mosel-Raums diesseits der Sprachgrenze
fast flächendeckend. Vereinzeltes Vorkommen zeichnet sich westlich der Linie
saarländische Grenze / Nied ab. Auch Delle (Nr. 7; vgl. auch Kapitel 7.1.1.
und 7.1.5.) kommt in Flurnamen des Saar-Mosel-Raums diesseits der Sprachgrenze
fast flächendeckend vor, wobei sich eine deutliche Häufung an unterer
Blies und mittlerer Saar zeigt, im sogenannten Pfalzkeil. Flurnamen kommen
verstreut auch jenseits der Sprachgrenze vor. Die Variante mit der Dentalepithese
-t(e) Dellt(e) kommt dagegen fast ausschließlich in den nördlichen und
westlichen Beharrungsräumen des Saar-Mosel-Raums vor. Ähnlich verhält
sich Pfuhl (Nr. 27): Das Namenwort kommt ausschließlich - bis auf einen
Ausläufer im lothringischen Ort Guenestroff - diesseits der Sprachgrenze,
dort aber flächendeckend vor. Spärliches Vorkommen ist nur im südöstlichen
Waldgebiet und in einem Raum westlich der saarländischen Grenze und der
Nied zu verzeichnen.
Wörter wie Fenn (Nr. 10), Hatsch (Nr. 39) und Mersch (Nr. 26) sind hauptsächlich
diesseits der Sprachgrenze belegt. Die Kartierung der Flurnamenbelege
dieser Namenwörter - Fenn und Mersch sind ,Nordwörter4, Hcitsch ist
ein .Südwort4 - zeigt jeweils eine dünne Verbreitung fast im gesamten Untersuchungsgebiet:
im Saarland, im Département Moselle und im Département
Bas-Rhin. Es zeigt sich keine auffällige Häufung in bestimmten Namenräumen.
Auch das Namenwort sohr (Nr. 32) kommt hauptsächlich diesseits der
Sprachgrenze vor: Die Streuüberlieferung über das gesamte Gebiet weist auf
Reliktlage hin. Ähnlich verhält sich Bech (Nr. 2; vgl. auch Kapitel 7.1.1. und
7.1.3.): Die Distribution der Belege im Saar-Mosel-Raum zeigt typische Reliktlage
im Norden und im Süden - im Zentrum ist der Raum dagegen durch
pfälzische Neuerungen aufgebrochen.
raums: Sie geben damit dem Saar-Mosel-Raum einen gewissen Zusammenhang als
Namenlandschaft (Schorr 2000, 51). Diese Namenwörter haben in der vorliegenden
Studie keine Aufnahme gefunden, da sie nicht als .Nordwörter4 bzw. .Südwörter4
zu interpretieren sind.
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