schriebenen Namenräumen gemeinsam und geben damit dem Saar-Mosel-Raum
einen gewissen Zusammenhalt als Namenlandschaft.“
Das sich anschließende Kapitel 7.3. fasst die mit flurnamengeographischen
Methoden gewonnenen Erkenntnisse zur areallinguistischen Beurteilung des
Saar-Mosel-Raumes zusammen.
7.2. Namenwörter ohne deutliches Verbreitungsmuster im
Untersuchungsraum (Maria Völlonö)
Während sich einige der untersuchten Namenwörter areallinguistisch gut erklären
lassen, weisen andere kein deutliches Verbreitungsmuster im Untersuchungsraum
auf. Fälle dieser Art müssen jeweils einzeln und gesondert gedeutet
werden, um festzustellen, in welche wortgeographischen Zusammenhänge
sie einzuordnen sind. Je nach Erklärungsansatz lassen sich mehrere Gruppen
unterscheiden (vgl. jeweils auch die Belegkartierung im Kartenanhang):
Bei einigen Wörtern, Driesch (Nr. 9), Klei (Nr. 20) und Rod (Nr. 28), sind
die Belege im Untersuchungsraum als Zeugnis für die eingestürzte Brücke
zwischen dem fränkischen Sprachraum und der Südgrenze der Verbreitung am
OberrheinM<1 zu interpretieren.
Hübel (Nr. 18), Delle (Nr. 7) und Pfuhl (Nr. 27) bilden insofern eine Gruppe,
als sich ihre Verbreitung im Untersuchungsraum fast ausschließlich diesseits
der Sprachgrenze erstreckt, wo sie aber flächendeckend Vorkommen.
Mersch (Nr. 26), Fenn (Nr. 10), Hätsch (Nr. 39), sohr (Nr. 32) und Bech
(Nr. 2) weisen im Untersuchungsraum eine dünne Verbreitung auf, wobei sich
keine auffällige Häufung in einem bestimmten Namenraum abzeichnet; hier
ist von einer Reliktlage auszugehen.
Liesch (Nr. 25) kommt diesseits der Sprachgrenze im gesamten Untersuchungsraum
vor, wobei die Varianten mit /- bzw. e- durchaus eine klare Verteilung
im Raum aufweisen; auch das Namenwort Biese(n) (Nr. 3) ist im
Untersuchungsraum fast überall verbreitet.
Im Einzelnen finden sich folgende Verhältnisse: Die mit den Siedlungsbewegungen
der Franken in Zusammenhang stehenden ,Nordwörter* 1 Driesch
(Nr. 9) und Rod (Nr. 28) sind im Saar-Mosel-Raum diesseits der deutschfranzösischen
Sprachgrenze fast flächendeckend verbreitet. Südlich des
Untersuchungsgebietes, im Oberrheinisch-Alemannischen, findet sich nur
noch inselhaftes Vorkommen, das auf fränkischem Import beruhen dürfte. Die
Belege der Namenwörter im Saar-Mosel-Raum bilden somit eine Brücke zwischen
dem fränkischen Siedlungsraum und dem vereinzelten Vorkommen dieser
Wörter im Süden, außerhalb des Untersuchungsgebietes.M Ähnlich ver¬516
Vgl. dazu Kleiber 1968, 1986a, 1989, 1995.
1 Auch die Namenwörter Gewann, Brühl und Büsch, die im gesamten Saar-Mosel-Raum
verbreitet sind, finden ihre Verbreitungsgrenze außerhalb des Untersuchungs-429