Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

7.1.5. Der  Pfalzkeil

Als  Pfalzkeil  bezeichnet  Andreas  SCHORR  den  nach  Osten  zur  Pfalz  hin  offenen
  Namenraum  an  unterer  Blies  und  mittlerer  Saar.  Ein  westlicher  Vorstoß
von  sprachlichen  Formen  aus  der  Pfalz  wurde  schon  von  Ernst  CHRISTMANN
beschrieben  ^.  Die  Ausbreitung  erfolgte  entlang  der  Altstraße  von  Worms
nach  Metz  über  die  Zwischenstationen  Kaiserslautern  und  Homburg.
Im  Zusammenhang  mit  den  historischen  pfälzischen  Belegen  für  Adebar
(Nr.  1)  sind  die  Flurnamen  aus  dem  Saarpfalz-Kreis  zu  sehen.  Adebar  hat
daneben  noch  eine  schwache,  verstreute  Verbreitung  im  Namenraum  an
Obermosel  und  unterer  Saar  (vgl.  Kapitel  7.1.1.).
Allmende  (Nr.  37):  vgl.  Kapitel  7.1.4.
Delle  (Nr.  7),  das  im  westmoselfränkischen  Namenraum  eine  auffallend
schwache  areale  Verbreitung  hat  (vgl.  Kapitel  7.1.1.  und  7.2.),  zeigt  eine
hohe  Belegdichte  im  Pfalzkeil,  die  für  einen  Import  in  jüngerer  Zeit  aus
der  Pfalz  entlang  der  Altstraße  von  Worms  nach  Metz  in  westlicher  Richtung
  nach  Saarbrücken  spricht.
Das  Rodungswort  Gereute,  Geriite,  Geriedt  (Nr.  38)  ist  in  einem  relativ
waldfreien  Raum  zwischen  Deutscher  Nied,  oberer  Saar  und  unterer  Blies
verbreitet.  Die  Belege  befinden  sich  somit  im  Pfalzkeil.  Flurnamen  im
Pfalzkeil  gehören  oft  in  oberdeutsche  Zusammenhänge.
Mit  Kaute  (vgl.  Nr.  19  Kaule)  gebildete  Flurnamenbelege  ersetzen  im
Pfalzkeil  das  alteingesessene  Kaule  (vgl.  Kapitel  7.1.1.  und  7.1.2.).  Kaute
ist  aus  der  Nordpfalz  erst  spät  in  den  Saar-Mosel-Raum  eingedrungen.
Ä7c/mm-Flurnamen  (Nr.  41)  breiten  sich  im  Untersuchungsraum  aus  der
Pfalz  kommend  über  Saarbrücken  bis  fast  an  die  Sprachgrenze  an  der
Deutschen  Nied  aus.  Das  südliche  Vorkommen  bilden  Flurnamen  an  Eichel
  und  oberer  Saar,  die  Anschluss  im  Eisass  haben.
Koppel  (Nr.  22):  vgl.  Kapitel  7.1.2.
Wie  die  Kartierung  der  Kotten-Belege  (Nr.  23)  zeigt,  gibt  es  einen  Verbreitungsschwerpunkt
  im  Namenraum  an  unterer  Blies  und  mittlerer  Saar,
dem  Pfalzkeil.  Wenige  Streubelege  finden  sich  nördlich  des  Pfalzkeils.
Schiffei  (Nr.  30)  hat  einen  Verbreitungsschwerpunkt  an  der  unteren  Blies
und  der  mittleren  Saar  mit  Ausläufern  im  nördlichen  Saarland.
Sprehe  (Nr.  33):  vgl.  Kapitel  7.1.1.
Wehr  (Nr.  34):  vgl.  Kapitel  7.1.1.
Es  seien  nun  die  folgenden  Argumentationsgänge  skizziert:  Kapitel  7.2.  befasst
  sich  mit  den  Namenwörtem,  die  im  Untersuchungsraum  kein  deutliches
Verbreitungsmuster  haben.  Auch  dieses  Namenmaterial  hat  nach  SCHORR
2000,  51  eine  Funktion  bei  der  Ausprägung  des  Saar-Mosel-Raumes  als  Namenlandschaft:
  „Eine  Reihe  flurnamenbildender  Wörter  sind  allen  diesen  be-515

  Christmann  1931,  1938,  1965.

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