7.1.4. Der Eisasskeil
Der Eisasskeil ist ein über die Vogesen zum alemannisch-elsässischen Oberrhein
offener Namenraum an oberer Saar und Eichel, der auch weiter nordöstlich
gelegene Teile (vgl. Kapitel 7.1.3.) erfasst hat. Die Flurnamenwörter, die
hier zu finden sind, sind als oberrheinisch, alemannisch oder oberdeutsch zu
charakterisieren. Der südliche Einfluss im Saar-Mosel-Raum muss alt sein,
denn es finden sich hier einige ,Südwörter\ die ein sehr hohes Alter aufweisen,
z. B. Matte (Nr. 42). Die Überlieferung von /te^e-Flurnamen setzt erst
etwa ein Jahrhundert später ein, weil das Wort wohl erst zu dieser Zeit als
Weinbergsbezeichnung aufgekommen ist und das ältere Wingert abgelöst hat.
Diese Namenwörter gehören ihrem Verbreitungsschwerpunkt nach zum
Eisasskeil:
Das in oberdeutschen Zusammenhängen stehende Allmende (Nr. 37) hat
im Untersuchungsraum zwei Dichtezentren: Dies ist zum einen der Pfalzkeil,
zum anderen ist es der über die Vogesen zum Oberrhein hin offene
Elsasskeil. ln beiden Namenräumen breitet sich Allmende ab dem 13.
Jahrhundert aus.
Wie die Kartierung der Flurnamenbelege zeigt, kommt Matte (Nr. 42) im
Untersuchungsgebiet mit großer Belegdichte von den Vogesen bis zur
Seilte und saarabwärts bis Sarreguemines / Saargemünd vor. Am Beispiel
des im Untersuchungsraum sehr alten Namenwortes Matte zeigt sich besonders
anschaulich die Ausprägung des Elsasskeiles als Namenraum.
Auch beim alemannischen Namenwort Muni (Nr. 43) ist das Kartenbild
eindeutig: Alle Belege befinden sich im zum Oberrhein hin offenen Namenraum
an oberer Saar und Eichel.
Die ältesten Flurnamen zum Namenwort Reben (Nr. 44) gehören dem
zum Oberrhein offenen Namenraum an. Von hier aus erfolgte eine Ausbreitung
in nordwestliche Richtung. /te^en-Namen finden sich in den früheren
Weinbaugebieten an oberer und mittlerer Saar, am Unterlauf der
Blies und im Seiilegau.
Ahd. swanda f. (Nr. 46): vgl. Kapitel 7.1.2.
Trotte (Nr. 47) hat nur einen Flurnamenbeleg in Bezange-la-Petite. Der
Ort, der sich heute im französischsprachigen Gebiet befindet, lag wohl ursprünglich
und sicher im späten Mittelalter auf der deutschen Seite der
Sprachgrenze. Der Flurname steht im Zusammenhang mit lothringischen
appellativischen Belegen an der Grenze zum Eisass.
Die Belege des Namenwortes überzwerch (Nr. 48) an der oberen Saar und im
Krummen Eisass zeigen Anschluss nach Süden und somit einen oberdeutschen
wortgeographischen Zusammenhang von überzwerch als Flurname.
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