7.1.2. Der Raum an Prims und oberer Blies
Der Raum an Prims und oberer Blies weist enge Verbindungen zum Hunsrück
auf, besitzt aber auch Bezüge in die Westpfalz. Akzentuiert wird der Namenraum
durch einen südlichen Schwerpunkt am Nordrand des Saarkohlenwaldes
zwischen Saarbrücken und Neunkirchen sowie in den Gewässernetzen von 111,
Theel und Prims und durch einen nördlichen Schwerpunkt im Vorland des
Schwarzwälder Hochwaldes, des südwestlichen Teils des Hunsrücks also. Der
Raum umfasst einen großen Teil des Saarlandes, allerdings ohne die Gebiete
links der Saar und ohne den Bliesgau; Lothringen und das Krumme Eisass
bleiben unberührt. Die Flurnamen des Raumes haben einen nördlichen Anschluss
im Hunsrück. Obwohl der Raum hauptsächlich im moselfränkischen
Dialektgebiet liegt, wäre es nach SCHORR 2000, 35 zu einfach, ihn als moselfränkisch
zu bezeichnen, da die Namenwörter im westmoselfränkischen Raum
links der Saar nur noch selten in der Flurnamenbildung produktiv werden.
In diesem Namenraum haben folgende Namenwörter ihre Verbreitungsschwerpunkte:
Bracken (Nr. 5): vgl. Kapitel 7.1.1.
Im Raum an Prims und oberer Blies sind die meisten Flurnamenbelege
von Brink (Nr. 6) zu linden; einige streuen bis in den Namenraum an
Obermosel und unterer Saar. Einen nördlichen Anschluss haben die Flurnamen
im Moselland und im mittleren Rheinland.
//eAter-Flurnamen (Nr. 14) haben ihre stärkste Verbreitung im Namenraum
an Prims und oberer Blies, wobei die angrenzenden Räume an
Obermosel und unterer Saar sowie an Rossel und oberer Saar noch mit
berührt werden. Das Namenwort Hees, von dem Heister abgeleitet ist, hat
im Saar-Mosel-Raum ein höheres Alter und eine weiter streuende Ausbreitung.
Hock (Nr. 16): vgl. Kapitel 7.1.1.
Die Streuung der mit Horst (Nr. 17) gebildeten Flurnamenbelege zeigt
eine Konzentration im nordöstlichen Teil des Untersuchungsraums mit
vereinzelten Belegen im Süden.
Kaule (Nr. 19): vgl. Kapitel 7.1.1.
Die wenigen toponymischen Belege zum Namenwort Kluft (Nr. 21) markieren
im Nordosten des Saar-Mosel-Raums eine Reliktlage. Diese zeichnet
die äußerste Südgrenze der arealen Verbreitung des Namenwortes in
der unverschobenen Lautform.
Koppel-Flurnamen (Nr. 22) verteilen sich im Untersuchungsgebiet einerseits
auf den saarländischen Raum an Prims und oberer Blies, wo mit einem
Beleg aus Walsheim (Saarpfalz-Kreis) aus dem Jahr 1300 die früheste
Bezeugung für diesen Raum vorliegt, andererseits sind das Département
Moselle und der westliche Teil des Départements Bas-Rhin (Krummes
Eisass) berührt, diese allerdings nur mit rezenten Namen und historischen
Belegen aus dem 18. Jahrhundert. Wegen des frühen Beleges aus
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