Das von frnhd. Hofer abgeleitete Namenwort Howert (Nr. 40) zeigt eine
auffällige Konzentration im Raum Boulay / Bolchen und Bouzonville /
Busendorf; das saarländische Berus schließt sich hier an. Weitere Flurnamen
begegnen in zwei moselfränkischen Gemeinden bei Sierck und
Cattenom / Kattenhofen.
Kaule (Nr. 19) ist in den nordwestlichen Gegenden des Untersuchungsgebiets
stark verbreitet: an Obermosel und unterer Saar und an Prims und oberer
Blies, wobei eine Ausdehnung der Belege weiter nach Süden bis in den
lothringisch-westelsässischen Raum zu erkennen ist, der Verbindungen
zum westmoselffänkischen Raum an Obermosel und unterer Saar aufweist.
Im Pfalzkeil wird Kaule durch Kaute ersetzt (vgl. Kapitel 7.1.5.).
Im Saar-Mosel-Raum ist nur ein singulärer Flurnamenbeleg für Leweck
(Nr. 24) nachzuweisen. Die Lage dieses Lautreliktes (im Oberdeutschen
und in der Standardsprache gilt die Form Lerche) im nördlichen Randgebiet
erklärt sich durch nordwestliche Zusammenhänge des Raumes.
Mit Saall-sel (Nr. 29) gebildete Toponyme kommen im westmoselfränkischen
Namenraum an Obermosel und unterer Saar, im Raum um Prims
und obere Blies sowie im lothringisch-westelsässischen Namenraum an
Rossel und oberer Saar vor. Die südlothringischen Belege bezeugen die
ursprünglich fränkische Prägung dieser Siedlungslandschaft.
Schiffei (Nr. 30): vgl. Kapitel 7.1.5.
Die wenigen Flumamenbelege für Sprehe (Nr. 33) befinden sich überwiegend
im Gebiet um Obermosel und untere Saar, also im moselfränkischen
Dialektraum. Sie haben Anschluss an das luxemburgische und das
rheinische Vorkommen von Sprehe. In der Mundart des südöstlichen, von
der Pfalz beeinflussten Teils des Saarlandes ist bzw. war Sprehe zwar
auch vorhanden, dies hat sich jedoch in der Flurnamenüberlieferung kaum
bemerkbar gemacht. Allenfalls für die Belege aus Fechingen kann mit einem
Einfluss von der Pfalz her gerechnet werden.
Wie die Kartierung der Belege zeigt, sind mit Wehr ,Stauwehr‘ (Nr. 34)
gebildete Flurnamen im nordöstlichen Teil des Untersuchungsgebietes
verbreitet. Sie haben nach Norden Anschluss im luxemburgischen appellativischen
Vorkommen und im Flurnamenvorkommen des Hunsrücks.
Bei den südlich und östlich von Saarbrücken gelegenen Gemarkungen ist
mit einem Einfluss von der Pfalz her zu rechnen.
Wehre ,Anteil an der Mark1 (Nr. 35) ist im nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes
dünn verbreitet. Südliche Ausläufer erreichen den Saarbrücker
Raum; sie markieren gleichzeitig die Südgrenze der Verbreitung
des nördlich der Mosel häufig vorkommenden Namenwortes.
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