Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Schwängerstle  in  Vogtsburg  im  Kaiserstuhl  (WENNINGER  1997,  148),  1344
zem  geswende  und  1489  Im  Swan  in  der  Freiburger  Bucht  (ROOS  1966,  323).
Im  Bearbeitungsgebiet  des  Schwäbischen  Wörterbuchs  sind  zahlreiche  zu
Schwand  m./f.  und  Schwende  f.  gehörige  Flurnamen  nachzuweisen:  Langen-,
Neuenschwand,  Schwand-anger,  -Brunnen,  -graben,  -hof  -schachen,  -wiesen
etc.,  Schwandele,  Schwanden,  Schwanden-äcker,  -halde  etc.,  Gschwand,
Schwann,  Schwannenwiesen  etc.,  Alle-,  Feuer-,  Gmein-,  Mühlschwende  etc.,
Schwende-äcker,  -berg,  -bichl,  -halde,  -holz,  -moos,  -wald  etc.,  Schwendi,
Schwende!,  Schwender  etc.  Das  Verb  schwenden  bedeutet  im  Schwäbischen
,ein  Stück  Lands  durch  Beseitigung  des  Gehölzes,  insbes.  Abbrennen,  urbar
machen'  (SchwäbWb  5,  1234  und  1276L).
Für  Bayern  liefern  die  Traditionen  von  St.  Emmeram  einen  Beleg  des  frühen
  11.  Jahrhunderts:  in  loco,  qui  nominatus  est  Suuant  (siehe  oben,  Abschnitt
B).  In  der  bairischen  Mundart  bezeichnen  Schwend(e)  f.  und  die  Kollektiva
Geschwand,  Geschwend  n.  die  Handlung  des  Schwendens  sowie  den  ,dadurch
zu  Weide,  Graswuchs  oder  Acker  gewonnenen  Platz';  insbesondere  Bergwiesen
  und  Berghänge  erhielten  Rodungsnamen  wie  Schwand,  Schwend(e),
G(e)schwand,  Gschwend,  Schwindhalde,  Schwindmoos,  Schwendete,
Gschwand!  etc.  (BayWb  2,  636f.;  Vollmann  1926,  39).  Prinz  2007,  209f.
nennt  historische  Belege  für  die  Gemarkung  Gschwendt  im  niederbayerischen
Landkreis  Straubing-Bogen:  1119/20  Englmar  de  Geswente  usw.  Er  interpretiert
  die  Bildung  als  präfigiertes  Femininum  (zu  mhd.  swende  f.  also),  dies  allerdings
  mit  einem  kleinen  Vorbehalt,  da  der  Zweitbeleg  Geswenta  (12.  Jh.)
wegen  der  ö-Endung  besser  zum  Neutrum  mhd.  geswende  passen  würde.  Allerdings
  könne  man,  so  PRINZ,  Geswenta  auch  als  einen  Hyperkorrektismus,
der  besonders  spätbairischen  Quellen  eigen  ist  (vgl.  AhdGr  §  231,  Anm.  2),
auffassen.
ln  Österreich  machen  die  Simplizia  Schwand(t)  m./f.  /  Schwend(t)  f.  und
die  Kollektiva  Gschwand(t)  /  Gschwend(t)  n./f.  das  Hauptvorkommen  aus.  Bei
den  Komposita  kommen  im  Bestimmungsteil  Personennamen  (Bsp.:  12.  Jh.
Rabinswant  zum  althochdeutschen  Personennamen  Raban),  Lagenamen  (Bsp.:
1416  Strasswannt  zu  mhd.  sträje  ,Straße')  und  Artnamen  (Bsp:  1416  Teuffenswant
  zu  mhd.  tiuf,tief  <  *[in  dem]  tüffen  swante)  vor.  Da  das  Schwenden
verhältnismäßig  selten  angewandt  wurde  und  nur  punktuell  die  vorrangige  Rodungsmethode
  war,  haben  die  Schwand-Namen  in  Österreich  eine  ungleichmäßige
  Ausbreitung  und  fehlen  in  den  südlichen  Landesteilen,  vor  allem  in
Kärnten,  ganz,  im  Osten  begegnen  sie  nur  vereinzelt  (WIESINGER  1994,  124-127
  und  Karte  15).
Als  Rodungswort  der  Alp-  und  Weidewirtschaft  erscheint  Schwand  in  der
Schweiz  in  vielen  Varianten  sowie  als  Grund-  und  Bestimmungswort  zahlreicher
  Flurnamen.4’*  Das  Wort  Schwand  -  daneben  existieren  die  assimilierte

4'*  Zum  Beispiel  a.  1289  Barschwand  (Bergname),  rezent  Passwang  (mit  gutturali-384

            
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