dem 14. Jahrhundert mehrmals als Simplex Schwann(e) f. und als Bestimmungswort
Schwan(n)en~. Ferner ist hier die Kollektivbildung Geschwend belegt
(SHessFln 406 und 849).
Linksrheinisch erreicht das Wort die an Nahe und Glan gelegenen Landkreise
Bad Kreuznach, Birkenfeld und Kusel, in denen mehrfach die Flurnamen
Schwand(e), Schwandel und Schwendet belegt sind. Letztere gehören zu
mhd. swantel n. ,Schwendholz, Gesträuch1 (DlTTMAlER 283). Aus Lachen,
Gde. Neustadt an der Weinstraße, stammt der ehemalige Flurname 1372/76 et
tota area ... dicte Swenden (umgelautete Form aus ahd. swendi), aus Waldfischbach,
Lkr. Südwestpfalz, der Flurname 1600 Item die Schwan ist ein lauter
Heiden (PFÄLZWB 5, 1545 und 1596). In der pfälzischen Mundart ist
Schwand nicht mehr lebendig, jedoch wird das Wort in einer Urkunde von
1620 genannt: ein stücklein hecken u. Schwannen in Schmidtweiller gemarken
(PfälzWb 5, 1545). Es ist ebenfalls Bestandteil der pfälzischen Siedlungsnamen
tClausschwanden, heute Clauserhof, Gde. Ramsen: 1182 Fä. ca. 1230
pratis in Svende, 1282 or. Swanden; Lauterschwan, jetzt Gde. Erlenbach bei
Dahn: 1313 kop. Swandin; tMetzelschwanden, heute Messerschwanderhof,
Gde. Otterberg: 1195 kop. ca. 1360 predium in Metzelswanden; tMünchschwanden,
heute Münchschwanderhof, Gde. Otterberg: 1185 Wenchelssuuanden;
Schwanden, Gde. Kottweiler-Schwanden: 1349 kop. zu Schwandten;
Schwanden, jetzt Neukirchen, Gde. Mehlingen: 1 195 kop. ca. 1360
Swanden; Schwanheim, Gde. Flauenstein: 1135 Fä. ca. 1225 Suanden, Swanden,
1313 or. de Swandin. Großenteils sind diese Namen wohl auf swanda f.
(«-Deklination) zurückzuführen (Dolch/Greule 1991, 529 [Register]).
In Baden konzentrieren sich mit Schwand, Schwände m./f. gebildete
Toponyme, die bis in das 13. Jahrhundert zurückgehen, auf den Südschwarzwald;
sie stehen in Zusammenhang mit Rodungs- und Siedlungsaktivitäten
des Klosters St. Blasien. Oft ist Schwand Grundwort eines Kompositums: vgl.
Alten-, Enten-, Frohn-, Wittenschwand. Vereinzelt ist im Badischen noch das
Verb schwanden ,roden1 bekannt (BadWb 4, 771). Durch Gutturalisierung
bzw. Assimilation aus Schwand(en) hervorgegangen sind die Ortsnamen
Schwangen und Schwann (ebd., 771 f.). Schwende f. kommt in Baden ebenfalls
vor. Auch diese umgelautete Form ist toponymisch belegt, z. B. 1201 in
Swendi (Bodenseekreis), und kommt als Bestimmungswort vor: Schwendegraben,
-matte, Schwenden-bach (983 quo Svvendenbach influit Albam:
Altname eines Flusses bei Höchenschwand, Lkr. Waldshut), -berg, -höfe etc.
(ebd., 793f).
Den Breisgau betreffende Flurnamenstudien verzeichnen Schwand-Namen:
1500 Inn der schwenck gersten,437 16. Jh. A. von der Swendgersten, rezent
437 Der Beleg zeigt Gutturalisierung nd > ng sowie eine barocke Buchstabenhäufung,
die als reine Schreibvariante und nicht als Auslautverhärtung interpretiert wird
(Wenninger 1997, 364-366 und 367f.; zur oberrheinischen Gutturalisierung siehe
auch Kleiber 1957, 190-192, sowie Roos 1966, 562-567).
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