Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Reb(en)-garten  amtlich  und/oder  historisch  auch  in:
Baerendorf  (Dr),  Bambiderstroff  (Fa),  Behren-Ies-Forbach  (Fb),  Bitche  /
Bitsch  (Bi),  Bousbach  (Fb),  Bousseviller  (Vo),  Dehlingen  (SU),  Drulingen
(Dr),  Fitten  (MW),  Grostenquin  /  Großtännchen  (Gt),  Hambach  (Sg),
Hirschland  (Dr),  Hoff  (Sb),  Insviller  (Al),  Kölln  (Köllerbach)  (SB),  Lhor
(Al),  Lichtenberg  (PP),  Lixheim  (Pb),  Lixing-les-Rouhling  (Sg),  Loudre-Fing
  (Al),  Munster  /  Münster  (Al),  Nousseviller-Saint-Nabor  (Fb),  Peppenkum
  (Hb),  Rahling  (Rb),  Rauwiller  (Dr),  Reinheim  (SI),  Ronielfing  (Fe),
Roppeviller  (Bi),  Saint-Jean-de-Bassel  (Fe),  Teting-sur-Nied  (Fa),  Vallerange
  (Gt),  Volmunster  (Vo),  Weiterswiller  (PP),  Woelfling-Ies-Sarreguemines
  (Sg).
(Vgl.  Abb.  51)
B. Nhd.  Rebe  f.  fuhrt  über  frnhd.  reb,  räb  f.  ,Weinrebe'  und  mhd.  rebe  f./m.
,Rebe;  Reb-,  Weingarten  (PI.)'  auf  ahd.  reba,  repa,  rceba  f.  ,Rebe,  Weinstock'
zurück  (AhdWbSchÜTZEICHEL  234;  Baufeld  188;  ChWdW9  662;  Graff  2,
353;  Lexer  2,  356;  Splett  I,  2,  729f;  Starck/Wells  474).  Die  Herkunft  ist
nicht  geklärt.  Vielleicht  liegt  eine  Zugehörigkeit  zu  einem  idg.  Verbalstamm
*reh;p-  .kriechen'  vor,  der  u.  a.  durch  lat.  repere  ,kriechen,  schleichen'  und
lit.  repliöti  ,kriechen'  repräsentiert  wird.  Dann  wären  zunächst  allgemein
Ranken  oder  Schösslinge  gemeint  gewesen  sowie,  in  Bezug  auf  den  Weinstock,
  die  Ausläufer  der  Rebe  (1EW  865;  Kluge  671;  L1V  500;  Pfeifer
1094).  Die  althochdeutschen  Belege  stammen  aus  Weinbaugebieten  des  alemannischen,
  bairischen  und  ostfränkischen  Raumes  und  beziehen  sich  durchgängig
  auf  den  Weinstock;  Rebe  ist  also  schon  früh  ein  Winzerwort  gewesen
(AhdGl  7,  340f;  DWB  14,  323).409  In  einer  westoberdeutsch/alemannischen
Quelle  des  späten  8.  Jahrhunderts  ist  das  Wort  noch  mit  dem  verdeutlichenden
Bestimmungswort  ahd.  wirr  ,Wein‘  zusammengesetzt:  uuinreba,  uuinrebun
(ChWdWS  235f.).
Mit  der  Verbreitung  des  Weinbaus  vom  Rhein  her  ist  das  Wort  auch  in  das
niederdeutsche  Sprachgebiet  gelangt:  Mnd.  rebe  f.  bezeichnet  außer  .Weinrebe,
  Weinstock'  auch  den  ,Stock  einer  rankenden  Pflanze'  (MndHdWb  II,  2,
1890);  dazu  im  Ablaut  steht  mnd.  wTnrave(n)  m.  ,Weinstock'  (MndWb  5,
732f).
Für  das  Fachwort  Rebe  finden  sich  nur  noch  einzelne  Belege  mit  maskulinem
  Genus,  das  früher  im  Schwäbischen  weiter  verbreitet  war  und  auch  schon
im  Mittelhochdeutschen  auftritt.  In  der  Schriftsprache  hat  sich  im  18.  Jahrhundert
  das  Femininum  durchgesetzt  (Alanne  1950,  98;  DERS.  1957,  7;
Besse  2004,30).

4(19  Zu  Rebe  als  Terminus  des  Fachwortschatzes  des  Weinbaus  vgl.  jetzt  Steffens
2006,  278-280  (darin  279f.:  historische  Belege  aus  dem  Saar-Mosel-Raum  sowie
eine  Dokumentation  zu  Rebe  in  der  pluralischen  Bedeutung  .Weinberg').

366
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.