bühr im Zusammenhang mit der Unterhaltung des Muni\ Belege aus DRW 9,
999).
C. Die Nordgrenze der Ausbreitung des Wortes markiert lux. Munni m. ,Zuchtstier\
übertragen ,grober Kerl1 (LuxWB 3, 182). In diesen beiden Verwendungsweisen
erscheint Muni m. auch in der deutsch-lothringischen Mundart in
den Varianten müni, myni, vgl. auch unten, Abschnitt D (DtLothrWb 372f.).
Im Eisass steht Muni m. für den Stier oder Zuchtstier, vereinzelt auch für den
Ziegenbock und in übertragener Bedeutung für einen groben, unfreundlichen,
ungeschliffenen Menschen. Das Wort kommt verbreitet im Obereisass (F, Haut-Rhin)
vor, im Untereisass (F, Bas-Rhin) nur im Arr. Wissembourg / Weißenburg.
Vom Arr. Guebwiller bis zum Arr, Altkirch ist die in der Mundart gebräuchliche
Form müni, in den Arr. Guebwiller und Thann sowie nordöstlich davon müni404
und im Arr. Wissembourg myni. Als besondere Pluralformen begegnen mini im
Arr. Altkirch, meni im Arr. Colmar sowie mynjd im Arr. Wissembourg, sonst ist
der Plural gleich dem Singular. Diminutivformen sind minala in den Arr. Thann
und Mulhouse, minala in den Arr. Colmar und Guebwiller, minali im Arr. Mulhouse
sowie münald in den Arr. Colmar und Guebwiller, nordöstlich davon ist
das Diminutiv ungebräuchlich (ElsWb 1, 691).
ln der südbadischen und in der schwäbischen Mundart bezeichnet Muni m.
den Zuchtstier. Auch hier steht das Wort im übertragenen Sinne für einen eigenwilligen,
mürrischen Menschen. In Baden und im Eisass ist Muni Bestimmungswort
von Flurnamen mit dem Grundwort Matte, die ,die dem Zuchtstierhalter
von der Gemeinde zur Nutzung überlassene Wiese‘ benennen
(BadWb 3, 692;405 ElsWb 1, 735; SchwäbWb4, 18!3f. und 6, 2617).
Das BayWb 1, 1619 verzeichnet Muni m. ,Zuchtstier* als schwäbisch. In
Vorarlberg bedeutet Mune m. einerseits ,Bulle, Zuchtstier*, andererseits
,grobgeschlächtiger, störrischer Mann‘ (VORARLBWB 2, 467).
In der Schweiz ist Munni m. die als ,Grenzfall des Standards* übliche Bezeichnung
für den Zuchtstier (AMMON 2004, 514). Nach SchweizId 4, 316f.
gehört das Wort ursprünglich eher der ,niedrigen (Bauern-)Sprache* an, womit
das Fehlen von urkundlichen Belegen erklärt wird.406 Es reiche jedoch bis
in mittelhochdeutsche Zeit zurück: Als Beleg wird ein Geschlechtsname
404 In der vom Wörterbuch der elsässischen Mundarten verwendeten Lautschrift dient
der Gravis zur Bezeichnung der offenen, nach a zu geneigten Aussprache (ElsWb
1, VII).
405 Zu Muni und anderen Bezeichnungen des Stiers in Südbaden vgl. auch Friedei
Scheer-Nahor (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Arbeitsbereich Badisches
Wörterbuch): Wenn der Hagen besser als der Muni ist, in: Badische Bauern Zeitung
vom 26. März 2005 (gesehen am 3. März 2006 unter http://www.scheernahor.de/BBZ/Stier.htm).
406 Vgl. jedoch oben, Abschnitt B,
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