südlichen Schwarzwald vor 500 Jahren schon so gewesen ist, wie sie heute die
Mundartkarte zeigt.“ (MAURER 1965, 40). Bei einer Untersuchung der Mundarten
im nördlichen Schwarzwald hat BAUR 1967 (Textband 144 und 159,
Kartenband Nr. 121) ein Gegensatzpaar schwäbisch JL7ev<?/niederalemannisch
Matte, das sich an der Schwarzwaldschranke gegenübersteht, testgestellt. Zu
einem ähnlichen Befund kam auch BÖSCH 1945, 49: ,,Die beiden Wörter
[Matte und Wiese] sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich ein moderner
sprachgeographischer Sachverhalt bereits in der mittelalterlichen Urkundensprache
des 13. Jahrhunderts vollkommen abzeichnet.“ Das alte alemannische
Matte sei durch das vom bairischen und schwäbischen Osten ausstrahlende
Wiese teilweise überdeckt und auf ein engeres westliches und südliches
Gebiet zurückgedrängt worden (ebd.).
Der wortgeographische Befund des Dl WA kann ergänzt werden durch
Nachweise aus Mundart Wörterbüchern und Flurnamenarbeiten:
Nach dem Schweizerischen Idiotikon ist Matt(en) f., Dirn. Mattli, Mätt(e)li
eine ,ebene Grasfläche, Wiese, bes. im Talgrunde, die das Heu für den Winter
liefert, daher dem Viehtrieb nicht geöffnet wird; im Flachland Wiese übh.‘.
Appellativisch, so zeigt es auch SDS 6, Karte 93 sehr deutlich, ist es noch in
der westlichen Schweiz gebräuchlich.’1' Da das Wort in zahlreichen Toponymen
auch dort vorkommt, wo es als Appellativ nicht mehr bekannt ist, also
in der nördlichen und östlichen Schweiz (auch BÖSCH 1945, 54 weist auf Matte-Namen
im wortgeographischen Wiese-Gebiet, hin), muss es früher allgemein
verbreitet gewesen und erst im Laufe der Zeit durch Wiese verdrängt
worden sein. Matte und Wiese dürften, als die ursprünglichen, sich ausschließenden
Bedeutungen noch erhalten waren, auch nebeneinander gegolten haben:
Matte speziell für die mähbare Wiese, die Heu für den Winter liefert,
Wiese als Weideland (SchweizId 4, 548-551; vgl. auch LSG 578 u. ö.). In
Flurnamen der Schweiz ist Matte reichlich vertreten, vgl. z. B. a. 1259
Kilmate, rezent Chilimatten f. ,die zur Kirche gehörende Wiese, die Wiese bei
der Kirche1 in Biel-Benken (CH, Kt. Basel-Landschaft).194
In der Mundart des westlichen und südwestlichen Baden hat Matte f. die
Bedeutung , Wiese1. Als Wort ist es 1491 belegt: so man uf die matten pfligt
zu faren. ln Flurnamen, die ab 1300 zahlreich belegt sind, kommt Matte auch
393 HotzenKöcher LE 1984, 65 und Karte 28b weist daraufhin, dass der West-Ost-Gegensatz
in der deutschen Schweiz im Falle von Matte mit der Schwarzwaldschranke
(siehe oben) eine außerschweizerische Wurzel hat und zitiert hierzu Friedrich
Maurer: „Die Nordost- und die Nordwestgebiete des Südalemannischen zeigen
sich hier als südliche Fortsetzer der beiden großen Nordräume.“
"M Biel-Benken. Ortsgeschichte und Ortsname - Flurnamen der Gemeinde (Namenbuch
der Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft; Biel-Benken), Stiftung für
Orts- und Flurnamen-Forschung Baselland, Pratteln 2007, 14.
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