(1) Zeismatte, Vordere und Hintere, Wohnplätze bei Maleck (Stadt und
Lkr, Emmendingen): 1094 Zaizmannesmate, 1148 Cezmatde, 1179
curtis de Teizmate, 1184 Ceizmate / Cezmatte (FÖRSTEMANN II, 2,
1451; MÜLLER 1931,219);383
(2) Schweigmatt, Weiler bei Schopfheim (Lkr. Lörrach): 1113
Schwaigmatt, 1186 Schvveickmatte, 1344 Sweigmat (FÖRSTEMANN 11,
2, 971; MÜLLER 193 1,219);384
(3) Matten bei interlaken (CH, Kt. Bern): I 133 ecclesia sancte Marie virginis
... inter lacus Madon vulgariter nominata, 1220 ecclesiam ...
inter lacus, Matton vulgariter nominatam (LSG 578);385
(4) Escholzmatt (CH, Kt. Luzern): ca. 1160 kop. 14. Jh. ad
Alskolvismatten (LSG 337);386
(5) Matt (CH, Kt. Glarus): 1273 in villa quae dicitur Mattun / in loco qui
dicitur an der Matten (LSG 5 7 8).387
Die bekanntesten mit Matt gebildeten Siedlungsnamen der Schweiz haben
ursprünglich romanische Namen, sind also alemannische Neubildungen:
(6) Andermatt (CH, Kt. Uri): ca. 1234 venit ad villam, que Ursaria dicitur,
sitam in Alpibus, 1290 Chünr. Adermatte,388 1309 unser tallüte Chünratten
an der Matte (LSG 89f.);
(7) Zermatt (CH, Kt. Wallis): 1291 et de sauxon et de prato borno,
1435 medietas alias fuit willermi blatters ze made (LSG 985).
Streng von obd. (alem.) Matte zu trennen sind niederdeutsche und niederländische
Toponyme zur Wurzel idg. *h2mehr ,mähen1 in den Bedeutungen
,Marsch1 bzw. ,Heuwiese1:
Gysseling verzeichnet einige niederdeutsche und niederländische Siedlungsnamen,
die er zu einem Stamm germ. *mcedwö- f. in der speziellen Bedeutung
,Marsch; Alluvialland in der Marsch1 stellt. Zwei mit diesem Stamm
gebildete und nicht weiter zu identifizierende Toponyme finden sich im alten
38j Der Erstbeleg stellt sich zum Personennamen Zeizmart (Förstemann I, 1389f,), die
späteren Belege zu dessen Kurzform Zeizo.
,X4 Zu ahd. sweiga f. .Rinderherde, Weideplatz1 (AhdWbSchützeichel 278).
385 Der Name beruht nach LSG auf dem althochdeutschen lokativischen Dativ Singular
*(ze dero) mattun ,bei der Matte, Mähwiese1.
’''Bestimmungswort ist nach LSG wegen der späteren Belege 1225 Asoldespach,
1240 Asholtispach, 1275 de Aschelsmaton, 1280 Escholzmath etc. der Personenname
Ascolt und nicht, wie die älteste urkundliche Form vermuten lässt, Ascolf. Bei
der Graphie (v) des Erstbelegs muss man mit einem kopialen Fehler rechnen.
387 Zur Form des Erstbelegs vgl. die Anmerkung zu Matten bei Interlaken.
j8K Es ist bei dieser Form von einem ausgelassenen Nasalstrich auszugehen: *An der
Matte.
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