Neben dem bereits genannten mäte werden die mnl. Formen müde, maet,
mede, meet, meed ,Weideland, Heuwiese1 genannt (MnlWb 4, 943f.; VROEG-MnlWb
4, 2876f.). 'xn In Bezug auf deren Herkunft gilt das zum Mittelniederdeutschen
Gesagte (vgl. auch Rentenaar 1972, 289 sowie De Vries 1971,
422).
Schließlich sind noch aengl. mced f., Gen. mcedwe ,Matte, Wiese, Weidel3SI
(HOLTHAUSEN 1974, 210) und afries. mede, med f. ,Wiese, Heuland‘ (Afries-HdWb
319) zu nennen, die aus Typ 1b herzuleiten sind, sowie aengl. mcef) n.
,Mahd, Abmähung1 (HOLTHAUSEN 1974, 213) und afries. -meth, -meth usw. (n.)
in derselben Bedeutung (AfriesHdWb 327), die Typ 2 fortsetzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Hochdeutsche, das Englische und
wahrscheinlich auch das Niederdeutsche und das Niederländische setzen sowohl
westgerm. *madwö / *mcedwö (Typ 1) als auch westgerm. *mcepa- (Typ
2) fort. Die Kombination von Vokalkürze mit Stammbildung durch vorgerm.
-Avö-Suffix (= Typ la: westgerm. *madwö) gibt es nur in ahd. mato-screg(h),
mhd. mate, matte, nhd. Matte. Das Wort Matte hat demnach keine genaue Entsprechung
in anderen westgermanischen Dialekten und ist insofern eine rein alemannische
Bildung. Die Verwandtschaft von Matte mit den oben genannten
westgermanischen Formen beschränkt sich auf die gemeinsame Verbalgrundlage
idg. *h2mehr ,mähen1 und (zum Teil) auf die identische Stammbildung.
Da Wiesen auch zur Abhaltung von Versammlungen verwendet wurden,* 382
konnte Matte die Nebenbedeutungen ,Versammlungsplatz1 und ganz speziell
auch .Treffpunkt tur Gauner1 entwickeln. Nach FEW 16, 542f. erklärt sich so
die Herkunft des Argot-Wortes mate f. ,endroit de Paris oü s’assemblaient les
filous1 und weiter des französischen Adjektivs matois ,schlau1: Ursprünglich
wäre das Adjektiv dann auf die Gaunerschläue bezogen gewesen.
Die Überlieferung der bei Müller 1931, 217-224 für Baden und Eisass-Lothringen
zusammengestellten Toponyme setzt, soweit überhaupt eine Datierung
vorhanden ist, in nennenswerter Anzahl erst im 14. Jahrhundert ein. Die
frühesten Belege stammen aus dem späten 11. Jahrhundert:
münsterland) fortgesetzt wird, vgl. WestfFlnAtl Nr. 41, S. 201.
Zu den niederländisch-flämischen Toponymen mit z. T. sehr alten Belegen siehe
Buiks 1997, 1231'., Mansion 1935, 104, Moerman 1956, 154f., Schönfeld 1950,
85.
'M Toponyme zu aengl. mced sind zusammengestellt bei Gelling 1984, 250.
382 Vgl. Prattelen-Matt, SchweizId 4, 550: .Matte bei Bs Prattelen [= Pratteln, CH, Kt.
Basel-Landschaft], wo nach der Sage die Hexen ihren Sabbath feierten1.
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