schließt). Nordwestlich finden sich entsprechende Flurnamen im Rheinfränkischen
- in den Landkreisen Birkenfeld und Bad Kreuznach (DlTTMAIER 143).
Niederlahnstein (bei Koblenz) am Mittelrhein innerhalb der ehemaligen
Rheinprovinz bietet den nördlichsten Einzelbeleg (DlTTMAIER 143; vgl. auch
Halfer 1988, 75, Nr. 90). Klamm ist als flurnamenbildendes Wort auch im
Moselfränkischen (im Rhein-Lahn-Kreis) verbreitet (Dittmaier 143). ln den
rheinischen Mundarten (RheinWb 2, 1250f. und 4, 604) ist Klamm f.
,Schlucht, Spalte, Stelle am Bach, wo von beiden Seiten sich steile Felsen herandrängen;
enges Tälchen' als Appellativ belegt, und zwar in den Gebieten
von Kreuznach, Birkenfeld, Simmern, Meisenheim, St. Wendel und Saarbrücken
(im Saarland sehr oft in der Form glam); häutig wird das Wort im Plural
verwendet. Eine weitere in den Mundarten geltende Bedeutung ist .Wasserschlucht;
Straßenrinne', eine Bedeutung, die auch in der Mundart des Saarbrücker
Raumes zu gelten scheint (vgl. SCHÖN 117). Im Saarland kommt
Klamm in der Lautform glam vielfach auch in Flurnamen vor (DlTTMAIER 143).
DtLothrWb 291 nennt für Lothringen Klam f. ,enge Schlucht4 und ,ein
vom Wasser eingerissener tiefer Einschnitt im Feld'. Das Lothringische zeigt
auch eine Sonderentw'icklung zu .Sandgrube' (ebd.).
Im nördlichen Eisass - in der Mundart der Stadt Straßburg, in Zornthal,
Hanauerland und Lobsann (Arr. Wissembourg / Weißenburg) - ist das Wort
Klamm f. .Engpass, Schlucht, steiler Hohlweg' appellativisch in Gebrauch
(ElsWb 1, 492). HistWbEls 148 nennt einige mit Glamme f. .Spalte, Hohlweg'
gebildete historische Flurnamen (z. B. uf die glamme), deren Überlieferung
bereits im 13. Jahrhundert einsetzt.
In Nordbaden findet sich Klamm f. .schmaler Einschnitt zwischen zwei
Höhen', mundartlich glam f. .wasserlose, ansteigende Talbildung zwischen
zwei Höhen', glam f. .Landfalte, Tälchen' (in Pforzheim). Klammen f. PI.
.kürzere, tief eingerissene Tälchen von periodisch auftretenden Bächlein' ist
in Spessart bei Ettlingen belegt. Die Bedeutung .Hohlweg' kommt in
Nöttingen und Altenheim vor, die von .Bergspalte' in Oberweier bei Rastatt.
Als Simplex erscheint das Lemma auch in historischen Flurnamen: 1618 vf
die Klam in Oberweier bei Ettlingen, 1699 vorne vf die Clam in Malsch bei
Ettlingen (BadWb 3, 147). Ältere Flurnamen werden für den Kaiserstuhl gemeldet:
1359 in der Bergklumme", 1542 an der berck klimmen; 1567 an der
Bergklummen. Die Grundwörter Klimme und Klimmen stehen im Ablaut zu
Klamm f. im Sinne von .Hohlweg, Einschnitt zwischen zwei Höhen'
(Wenninger 1997, 118).367
Das Schwäbische Wörterbuch nennt Ortsnamen zu Klamme f. .Schlucht,
Felsenge': klamm, auf klamme, klamm-gasse, -holz, -köpfe, -wald\ klammenaeker,
-äcker, -bäum etc. (SchwäbWb 4, 442). Das Lemma ist auch als Appellativ
in den Gebieten Neuenbürg und Hohenzollern lebendig.
367 Vgl. auch Keinath 1951,56 und 192.
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