(1) Klamm, Gde. Brand-Laaben (A, Niederösterreich, pol. Bez. Sankt Pölten-Land):
1094 Chlamma { Förstemann 11, 1, 1689), 1441 Klamb
(Schuster 2, 1990, 383);
(2) Klamm, Gde. Breitenstein (A, Niederösterreich, pol. Bez. Neunkirchen):
1125 (?) de Clamma, 1146 Clamme (SCHUSTER 2, 1990, 383);
(3) Burg Klammenstein, Gde. Nußdorf a. Inn (Lkr. Rosenheim): ca. 1180
de Chlamminsteine (FÖRSTEMANN II, 1, 1689); (’4
(4) Klanigen, Gde. Frankenburg am Hausruck (A, Oberösterreich, pol.
Bez. Vöcklabruck): 1395 dacz dem Chlaminger, 1456 dacz den
Klemingern (Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich 4, 144).365
C. Das Wort Klamm f. ,enges Tal, Bergspalte, Schlucht4 hat seine Hauptverbreitung
im oberdeutschen Sprachraumü'6
In Südhessen finden sich mit Klamm gebildete Flurnamen nur im äußersten
Südwesten des Odenwaldes als nördliche Ausläufer des oberdeutschen Geltungsbereichs
(HessFlnAtl Karte 92 und Kommentar): Im oberen Rheinengtal
ist das Namenwort nur ein einziges Mal in dem Flurnamen 1521 im
Clamen nachzuweisen (HALFER 1988, 75, Nr. 90). Südhessische mit Klamm
gebildete historische und rezente Flurnamen bezeichnen ,Bergspalten,
Schluchten, enge Täler4 u. ä. Das Namenwort kommt entweder als Simplex
oder aber als Grundwort eines zusammengesetzten Flurnamens vor. Die Überlieferung
setzt im 16. Jahrhundert ein, vgl. die historischen Flurnamen zwischen
der Klammen (Rothenberg, 1556), die glam hinauß (Hornbach, 17. Jh.,
kop. 1771) (SHessFln 574). Das Wort ist in Südhessen auch als Appellativ
lebendig (SHessWb 3, 1363).
Das als Appellativ lebendige Wort Klamm f. ,Schlucht, Hohlweg4 und
,Wasserrinne, Wasserschlucht4 findet sich in den rheinland-pfälzischen Landkreisen
Kusel und Kaiserslautern sowie im Saarpfalz-Kreis (mit Zweibrücken),
im Lkr. Südwestpfalz (mit Pirmasens) und im Donnersbergkreis
(Rockenhausen). Das Lemma ist außerdem in einer Urkunde aus dem Jahre
1535 aus St. Ingbert belegt (die Glam herauf da stehet ein stein), wobei entsprechende
Flurnamen bereits im 14. Jahrhundert nachzuweisen sind (siehe
Abschnitte A und D; PfälzWb 4, 262f.; ZINK 1923, 138: die Überlieferung
der mit Klamm gebildeten Flurnamen beginnt dort erst im 16. Jahrhundert;
ZINK setzt - etwas voreilig - den Verbreitungsschwerpunkt im ehemals
Zweibrückischen Gebiet an, woran sich unmittelbar das Bitscher Land an-',l4
Der Name gehört nur hierher, falls er als ,Felsen bei einer Klamm4 zu interpretieren
ist.
165 Bach verzeichnet nur rezente Ortsnamen: Partnachklamm bei Partenkirchen (Bach
II, 1, 255, § 287) und Klammbach für den westlichen Quellfluss der Glan in Kärnten
(Bach II, 2, 542, § 737).
466 Zu oberdeutschen Flurnamen vgl. Buck 1931, 138. Vgl. auch Schnetz 1997, 33:
„In den Alpen [ist] häufig Klamm .Felsenge4.“
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