Fast alle Mundartbelege sowie die Graphien (ou, ow, ouv) einiger historischer
und amtlicher Belege zeigen die Lenisierung des stimmlosen labialen
Reibelautes/im Inlaut;* 359 diese Entwicklung wird auch in der alt- und mittelhochdeutschen
Orthographie gekennzeichnet (ahd. hovar, hovir, mhd. hover).
Die Graphie (b), die auch schon bei Elisabeth von Nassau-Saarbrücken und im
Nassauischen auftritt, muss hingegen als Hyperkorrektur aufgefasst werden,
da in der Mundart standardsprachliches b (< germ. /b/) vielfach als vc oder /
erscheint.360
Ebenfalls als Hyperkorrektur dürfte es zu interpretieren sein, dass als Vokal
der Stammsilbe mehrfach u statt regulärem o begegnet: Vielleicht wurde hier
eine vermeintliche Senkung von /u/ zu /0/, die dem mitteldeutschen Sprachraum
eigen ist, rückgängig gemacht.361
(R. K.)
angrenzenden pfälzischen Mundart sei diese Besonderheit im Konsonantismus eine
relativ häufige Erscheinung (Post 1992, 101 f.).
359 Vgl. nhd. Ofen m., mhd. oven, ahd. ovan < (spät-)germ. *ufna- m. (Kl uge 663);
mda. im Saarbrücker Land öwe (Schön 150).
360 Vgl. Will 1932, Karte 17 (KorflKorb), Karte 18 (gestorb/gestorflgestorw) und Karte
19 (bleif bleib, KorflKorb).
361 Vermerkt sei noch, dass es in der Gemeinde Apach einen Weiler Howert gibt, der
im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts an der Stelle einer im Jahr 1319 genannten
Siedlung Huwertanges, frz. Hauwerthe, Besitz des Hauses Sierck, entstanden sein
soll (Reichsland Elsass-Lothringen 464), also als ursprünglicher -ingen-Siedlungsname
nichts mit dem hier behandelten Lemma zu tun hat.
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