tung ,Bodenerhöhung4 unter anderem in der Mundart von Etting (F, Moselle,
Arr. Sarreguemines / Saargemünd) vor (DtLothrWb 250).
In der im 15. Jahrhundert im Umfeld der Elisabeth von Nassau-Saarbrücken
im lothringisch-saarländischen Raum entstandenen Berleburger Versübersetzung
einer französischen Vorlage, der Pilgerfahrt des träumenden
Mönchs des Guillaume de Digulleville, und auch im Werk der Elisabeth selbst
ist das Wort mehrfach in den Varianten hoher, hover und hoffer belegt. '"6
Das Namenbuch des Herzogtums Nassau nennt die Flurnamen Höher und
Höfer (für die eine Zugehörigkeit zu Hof nicht ausgeschlossen wird) sowie
Hobert und Huwert (KEHREIN 1872, 452).
Ferner erscheint houer in Diefenbachs Glossarium’6 mit dem lateinischen
Interpretament gibber m. ,Buckel, Höcker4.
D. ln den Flurnamenbelegen des Untersuchungsgebietes hat Howert die übertragene
Bedeutung ,Bodenerhebung. Hügel4. Die Belegzahl ist insgesamt sehr
gering. Eine auffällige Konzentration findet sich im Raum Boulay-Moselle /
Bolchen und Bouzonville / Busendorf; das saarländische Berus schließt sich
hier an. Weitere Flurnamen begegnen in zwei moselfränkischen Gemeinden
bei Sierck und Cattenom / Kattenhofen. Vereinzelt steht der Beleg aus Reinheim
im Bliesgau. Weitaus häufiger und diesseits der Sprachgrenze fast flächendeckend
ist bedeutungsgleiches Hübel (Namenartikel Nr. 18) belegt. Dem
Reinheimer amtlichen Beleg -hübert steht im Mundartbeleg dieses andere Hügelwort
(mda. hiwwel) gegenüber. Dies ist ein Hinweis darauf, dass im Untersuchungsgebiet
Howert mit seinen Varianten und Hübel (mda. hiwwel) synonym
verwendet werden konnten. Howert ist hier als ein typisches Reliktwort
zu interpretieren.
Die historischen Belege setzen in Flurnamen im frühen 17. Jahrhundert ein;
diese und auch die amtlichen und dialektalen Belege zeigen bis auf eine Ausnahme
(Creutzwald / Kreuzwald) durchgängig epithetisches t (d) nach r (vgl.
MhdGr § L 118).1"6 Eine Parallele hat diese Erscheinung in entsprechenden
nassauischen Toponymen, vgl. oben Abschnitt C.
06 Vgl. dazu Haubrichs 2002, 555; Ders. 2007a, 170 sowie Kapitel 7.4. dieser Arbeit.
Lorenz Diefenbach: Novum glossarium latino-germanicum mediae et infimae
aetatis. Beiträge zur wissenschaftlichen Kunde der neulateinischen und der germanischen
Sprachen, Frankfurt a. M. 1867, Neudruck Aalen 1964, 192.
os Der saarländischen Mundart ist dieser Sprosskonsonant durchaus geläufig, vgl. das
rheinfrk. und moselfrk. Schimpfwort Lausert .Lausbube4 gegenüber ebenfalls belegtem
Lauser (RheinWb 5, 230), welches auf eine der zahlreichen übertragenen
Bedeutungen von Laus bzw. lausen zurückzuführen ist. Die Form mit Sprosskonsonant
ist auch für das lothringische Boulay-Moselle / Bolchen nachgewiesen, also
gerade für den Raum, der die meisten der Flumamenbelege aufweist: Nach
DtLothrWb 346 lautet in dieser Gemeinde das Schimpfwort (ohne nhd. Diphthongierung)
Luserl, während es in drei weiteren Gemeinden als Luser belegt ist. ln der
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