Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Nr.  39
Hatsch  m.  .Eber'
A.  Bertheiming  (Fe):  o  Hätschemottkroowe  ['hetjamat'kroiva].  Boucheporn  /
Buschborn  (Bo):  o  De  hätschkuul  [da  'hetjkud].  Bübingen  (SB):  1691
hetzalmuth  /  ahn  das  hetzalmuth  (LÄUFER  Bübingen,  41),  1714  an  hetzsch
allmut  (LÄUFER  Bübingen,  41),  1763  das  hetschallment  /  vor  dem
hetschallment  /  oben  am  hetschallment  /  unten  am  hetschallment  (LÄUFER
Bübingen,  42),  1783  or,  dt.  vor  dem  hetschallment  /  oben  am  hetschallment  /
unten  am  hetschallment  (GEB),  1833  das  hetsch-allment  /  oben  am
hetschallment!  unten  am  hetschallment  (LÄUFER  Bübingen,  42),  1847/48  das
hetschallment  /  oben  am  hetschallment  /  unten  am  hetschallment  (Läufer
Bübingen,  42),  o  Das  Hetschallment,  Oben  am  Hetschallment,  Unten  am
Hetschallment.  Fechingen  (SB):  1724  Hetschallmut  (LlTHARDT  Brebach-Fechingen,
  218),  1757  or.  dt.  im  hetsch  ailmend  (GEB),  o  Hetschalmet  [am
‘hedjalmat].  Lelling  (Gt):  o  Hätschtriisch  ['hetj’trLj'].  Neufgrange  /  Neuscheuern
  (Sg):  1713  or.  dt.  anderseit  am  hetsch  Steg  (AD  Mos  4  E  401).
Sarre-Lnion  /  Saarunion  (SU):  o  Hetschenmur  [hetja  'mymj.  Vaudreching  /
Wallerchen  (Bv)  :  1706  or.  frz.  hitchen  acker  /  heischen  acker  (AD  Mos  E
depot  703  1  G  1),  1706  or.  frz.  hitschen  acker  (AD  Mos  4  E  575),  o  1.-3.  petit
hetschnacker  ['hetjanakn].  Veckersviller  (Fe):  o  Hitschmattel  [hitjmet].
(Vgl.  Abb.  46)
B.  Die  Herkunft  des  Wortes  Hatsch  m.  ,Eber4  ist  kaum  zu  bestimmen.  Belege
aus  älteren  Sprachstufen  liegen  nicht  vor.  Es  dürfte  sich  um  ein  expressivonomatopoetisches
  Wort  handeln,  das  zunächst  ein  Lockruf  oder  ein  Kosename
  für  das  männliche  Schwein  war.’50  Vielleicht  liegt  auch  eine  Verwandtschaft
  mit  dem  ober-  und  mitteldeutschen  Dialektwort  Hattel,  Hettel  f.  ,Ziege'
(mhd.  hatele)  und  rhein.  Hätzel  f.  ,zahmes  Lamm1  vor.  Diese  lassen  sich  mit
lat.  catulus  ,Tierjunges‘  verbinden  und  auf  idg.  *kat-  Junge  werfen;  Tierjunges'
  (IEW  534)  zurückführen.
C.  Ein  Hatsch  m.  ,Eber‘  ähnliches  Appellativ  ist  das  im  Wörterbuch  der  Tiroler
  Mundarten  (Schatz  1,  281)  aufgeführte  Hqtschar  m.  ,Schwein4.
In  Vorarlberg  ist  hatsch  ein  Lockruf  für  Schweine,  die  Ableitung  Hätschle
f.  ist  ein  Kosename  für  ein  großes  (Mutter-)Schwein  (VorarlbWb  1,  1331).
Auch  in  der  Schweiz  gibt  es  eine  Interjektion  hatsch(i)  sowie  als  weitere
Varianten  hotsch(i)  und  hutsch  als  Lockruf  für  Schweine;  als  Kosename  für
Schweine  und  andere  Großtiere  wird  Hutsch  genannt  (SCHWEIzlD  2,  1799-1801).


■lS"  Vgl.  nhd.  hätscheln.  Das  Verb  ist  nach  Kluge  396  ein  expressives  Wort.

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