Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

rungsschicht  angehören,  wurden  sie  bei  der  Kartierung  (vgl.  Abb.  45)  mit  einem
  eigenen  Symbol  dargestellt.
Belege,  die  die  mitteldeutsche  Entwicklung  eines  nicht  umgelauteten  ursprünglichen
  /iu/  zu  au  zeigen,  vgl.  die  Entwicklung  von  ahd.  niuwi  ,neu‘  über
nüwe  zu  md.  паи  (MhdGr  §  L  44;  WIESINGER  1980,  121),  finden  sich  im
Untersuchungsgebiet  nicht.
Zink  1923,  115  stellt  die  Bierbacher  Belege  gerude  und  kesis  gerude  zu
Rute,  dessen  Bedeutung  Zink  mit  ,Gebüsch1  angibt  (kesis  gerude  -  zu  mlat.
casnus  Junge  Eiche4  -  wäre  demnach  das  ,Eichengebüsch4).  Die  Bedeutung
,Gebüsch4  ist  jedoch  nicht  belegt,  vgl.  ahd.  ruota  f.  ,Rute,  Stab,  Messlatte4
und  mhd.  ruote  f.  ,Gerte,  Rute4,  ebensowenig  ein  Kollektivum  *gi-ruota.  Außerdem
  erklärt  eine  Herkunft  aus  ruota  nicht  das  Vorhandensein  der  als  echt
anzusehenden  Umlautgraphien  einiger  anderer  Bierbacher  Belege.
Die  Flurnamenbelege  des  Untersuchungsgebietes  markieren  -  abgesehen
von  einem  relikthaften  Flurnamenbeleg  an  der  Bergstraße,  siehe  Abschnitt  C  -
die  Nordgrenze  der  Verbreitung  des  Kollektivums  Gereute.
(R.  K.)

anschließender  Vokaldehnung  (wie  bei  Nacht  >  mda.  nät):  lm  ersten  Falle  könnten
besonders  gerade  Flurstücke  so  bezeichnet  worden  sein,  im  zweiten  alte  Gerichts-,
Versammlungs-  oder  Hinrichtungsstätten.

321
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.