Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Die  mit  dem  Genuswechsel  zusammenhängende  Problematik  stellt  innerhalb
  der  historischen  Wortgeographie  einen  wichtigen  Aspekt  dar  (vgl.  zusammenfassend
  Van  df.r  Elst  1983,  1202-1209).  Wolfgang  Kleiber  hat  dies
treffend  am  Beispiel  der  /  die  hach  gezeigt:  „Die  Bach  ist  im  Alemannischen
fränkischer  Import  und  im  Zuge  des  nord-südlichen  Sprachgefälles  in  vorerst
nicht  genau  festlegbarer  Zeit  an  den  Oberrhein  gekommen.  Das  Elsaß  wurde
von  dieser  Sprachbewegung  zuerst,  und  zwar  vollständig,  ergriffen.“34’
An  Obermosel  und  unterer  Saar  dominiert  hingegen  ,Gemeinde1  als  Bezeichnung
  für  Grundstücke,  an  denen  alle  Dorfgenossen  gemeinschaftlich  Anteil
  haben  -  praktisch  identisch  mit  ,Allmende4.  Hans  RAMGE  bemerkt  dazu:
„Daß  Gemein(d)e  [...]  in  der  Bedeutung  Gemeindeland4  dem  südlichen  Allmende
  entspricht,  wird  durch  die  Verhältnisse  im  Rheinland  bestätigt
(DlTTMAlER  86,  Karte  17),  wo  nördliches  Gemein(d)e  bis  zum  Hunsrück  und
Westerwald  reicht.  Auch  in  Thüringen  ist  Gemein(d)e  die  übliche  Bezeichnung
  [...  ]  .
(M.  V.)

343 Kleiber  1965,  171  ff.,  hier  175;  vgl.  Kapitel  6.2.2.
44  Hf.ssFlnAtl  Karte  3  und  Kommentar;  vgl.  auch  Dittmaier  87  und  Karte  17.  Gemeinde
  ist  im  Sinne  dieser  Publikation  dennoch  kein  ,Nordwort':  Die  Opposition
von  nördlich  Gemeinde  und  südlich  Allmende  ist  rezent  und  geht  nicht  auf  ältere
historische  Verhältnisse  zurück.

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