Historisch und amtlich auch in:
Achen (Rb), Alschbach (SI), Bierbach (SI), Bliesransbach (SB), Diebling
(Fb), Drulingen (Dr), Dudweiler (SB), Erfweiler-Ehlingen (SI), Gersheim
(SI), Gros-Rederching (Rb), Grosbliederstroff / Großblittersdorf (Sg),
Herbitzheim (SI), Lorentzen (SU), Mackwiller (Dr), Neualtheim (Hb), Niedergailbach
(Hb), Obergailbach (Vo), Ommersheim (SI), Ormersviller
(Vo), Rinding (Vo), Sarreguemines / Saargemünd (Sg), Steinbach über
Lebach (Ot), Urweiler (SW), Volmunster (Vo), Wolfersheim (SI).
(Vgl. Abb. 43)
B. Dem Wort liegt mhd. almende, almeinde f. ,Gemeindetrift1 (LEXER 1, 40),
gebildet wahrscheinlich aus germ. *ala- ,alles, ganz4 und germ. *(ga)-main-(i)-pö(n)
Gemeinschaft, Gemeinde4, zugrunde. Das Wort vergleicht sich zunächst
mit afries. elmente m. Gemeinde4, mente f. Gemeinde4; daneben,
ebenfalls als Maskulinum, afries. elmetha Gemeinde4, entsprechend nd. (aus
nordfries.) ellemötha ,Allmend4 sowie anord. almenning gemeinsames Land4
(KLUGE 32 und 343). Für die althochdeutsche Zeit ist almeinde f. Gemeindeland,
Allmende4 belegt (AhdWb 1, 232; EWA 1, 165); allerdings begegnet
das Wort erst als Glosse in einer Handschrift aus dem 12. Jahrhundert.330
Nach Lexer 1,40 kommt der älteste Beleg für das volkssprachige Appellativ
in einer lateinischen Urkunde aus dem Eisass von 1125 vor: in silva publica,
quod vulgo almeide (sic) dicitur. Weitere frühe Belege für das 12. und 13.
Jahrhundert, die als volkssprachige appellativische Einsprengsel in einen lateinischen
Text eingebettet sind, finden sich im Württembergischen Urkundenbuch:
non utatur pascuis ultra terminos quos priores coloni habuerunt, ...
quod vulgo dicitur almeinde (1197 or. lat., WÜRTTUB 2, 319); palustris
terris, que prefate ville compescuum, id est teutonice a I me in da vel
gemeinweida (1207 or. lat., WÜRTTUB 2, 359); Item nec ex parte cenobii aut
ipsorum in si/vis, que a lernen t dicuntur, est amplius novellandum (1231 or.
lat., WÜRTTUB 3, 280). Ferner ist die latinisierte Form algemendam belegt:
comunia pascua sive algemendam, sitam apud Stribelne,"1 que ad eorum
comunes usus spectabant (1241 or. lat., WÜRTTUB 4, 30), vermutlich eine
Kontamination von almende (siehe oben) und algemeine."~ Aus diesen und
weiteren appellativischen Belegen1" geht eine ursprüngliche sprachgeographische
Beschränkung des Wortes auf den alemannischen Raum hervor. „Die
330 Glossen der Herrad von Landsberg, Hs. des Hortus deliciarum (Steinmeyer/
Sievers 3, 407, Z. 15). Ahd. (ala-)gimeinida ist also wohl nicht nachweisbar
(Kluge 32), beide Teile des Kompositums sind jedoch einzeln für das Althochdeutsche
gut belegt (Kluge 30 und 343).
331 Striebelhof bei Ulm.
"2 Diese Form ist für das Mittelhochdeutsche belegt (Lexf.r 1,40).
" ' Weitere mittellateinische Belege in MLatWb 1, 487.
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