völlig verdrängt. Ein historischer Beleg aus Walsum (Stadt Duisburg) von
1488 lautet bruikker wische. Rezente Flurnamen gibt es in Barmen (Stadt
Wuppertal): an der Wiesche, in Rützkausen (Kr. Mettmann): an den Wischen,
in Fischlaken (Stadt Essen): Sonderwiesch sowie in Drevenack (Kr. Wesel):
Egelwisch (Dittmaier 347f.; RheinWb 9, 505).
Wahrscheinlich gehört eine 1243 als Wische urkundlich belegte, nicht identifizierte
Siedlung in der Eifel ebenfalls in diesen Zusammenhang, ln einer
Zeugenliste wird Henrich, Priester von Wische, genannt; ebenfalls aufgeführt
sind weitere Zeugen aus den alten Kreisen Daun, Ahrweiler und Euskirchen,
sodass der unbekannte Ort wohl in diesem Raum zu suchen ist (Jungandreas
1962, 1135).
Nach DSA Karte 41 ist Wiesch, Wisch als Appellativ relikthaft auch noch
im baden-württembergischen Bauland, das die Landkreise Main-Tauber-Kreis,
Neckar-Odenwald-Kreis und Hohenlohekreis umfasst, erhalten
(SchwäbWb 6, 886: in Künzelsau und nördlich davon wis).
D. Einige der Datenbankbelege aus den Beständen des ASFSL, die ein Namenwort
Wisch oder Varianten davon enthalten, sind von vornherein auszuschließen.
Es handelt sich hier um Gewässerbezeichnungen, die Ableitungen
oder dialektale Weiterentwicklungen zur indogermanischen Wurzel *ueis-,fließen4
sind.329 So ist z. B. De Wisch [do vij] in Hoste-Haut der mundartliche
Name eines Baches. In den dialektalen Formen Pän\>ischwiss [pervij'vis], Am
Pärwisch [em 'pervij] aus Faha dürfte wegen der dazugehörigen Belege von
1759 perbachs wiess, amtlich Perbachwies, ebenfalls ein Gewässername enthalten
sein: In der Schriftform ist der mundartlich noch erhaltene Gewässername
Wisch durch Bach ersetzt. Ebenfalls zu idg. *ueis- ,fließen4 ist der Name
des zum Flussgebiet der Saar gehörenden Wieschbachs (SPANG 1989, 4)
zu stellen. In ihrer Formenbildung haben diese Gewässernamen Wisch,
Wieschbach eine Parallele beispielsweise im Namen des Flusses Wiske in der
englischen Grafschaft North Yorkshire, der 1088 als Wisca belegt ist (Watts
2004, 689).
Aber auch die in Abschnitt A genannten Flurnamen des Saar-Mosel-Raums
können nicht alle als zweifelsfreie Belege für Wi(e)sch gelten: Da in Bettviller
historische und mundartliche Belege fehlen, ist die amtliche Form Wiesch
schwer zu beurteilen. Für Breidenbach gibt es neben felszen broner wiesch in
derselben Quelle einen Beleg feltzenbronnen wiess: Bei einem der Belege
dürfte es sich um eine Verschreibung handeln. Ähnlich ist es mit den
Ensdorfer Belegen wießborgen (historisch) neben Wischbergen (dialektal). Es
ist auch zu berücksichtigen, dass einige der Flurnamen mit dem Apellativum
Wisch .Büschel, Bündel aus Stroh4 gebildet sein könnten. Zusammenfässend
32g Die Wurzel *ueis- .fließen4 ist beispielsweise enthalten in Wiese, das ist der Name
eines Nebenflusses des Oberrheins, im Flussnamen Weser (mit r-haltigem Suffix).
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