Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

1398;  KÜNZEL/Blok/Verhoeff  404;  Moerman  1956,  271:  zu  mnl.
wisch  ,Weide‘);
(3)  Wisch  bei  Billerbeck  (Kr.  Coesfeld):  1154  Wisge  (FÖRSTEMANN  II,  2,
1398;  JELLINGHAUS  171:  zu  mnd.  wisk  ,  Wiese1);
(4)  Wisch  (Kr.  Plön):  1216  Wisch  (Laur  1992,  704:  zu  mnd.  wisch  ,Wiese4);

(5)  Wisch,  Stadt  Elmshorn  (Kr.  Pinneberg):  1285  in  Euenwisch,  1386  to
der  Wysch  (Laur  1992,  704:  zu  mnd.  wisch  ,Wiese4).
C. Karte  41  des  Deutschen  Sprachatlasses,  die  jetzt  auch  in  elektronischer
Form  im  DiWA  einzusehen  ist,  zeigt  die  Verteilung  der  Typen  Wiese  und
Wischt  Wisk  im  deutschen  Sprachgebiet:  ln  den  Bundesländern  Niedersachsen,
Schleswig-Holstein,  Mecklenburg-Vorpommern  und  Brandenburg  ist  überwiegend
  Wi(e)sch  belegt,  im  westlichen  Niedersachsen  und  sonst  vereinzelt
die  Form  Wisk.  Mundart-  und  Flurnamenbücher  dieser  Regionen  bestätigen
die  Aussage  der  DSA-Karte:  Nach  Scheuermann  1995,  155  bedeuten  die
niedersächsischen  Flurnamen  Wische,  Wiesche  ,primär  der  Mahd  vorbehaltenes
  Grünland,  Grasland4;  sie  beziehen  sich  immer  auf  Individualbesitz  (oft
dient  ein  Familienname  als  Bestimmungswort),  nicht  auf  die  Allmende,  ln
Schleswig-Holstein  kommt  das  Appellativ  als  Wisch,  Wiesch  und  in  den  Nebenformen
  Wiss  und  Wisk  f.  nutzbares,  feuchtes  Grasland,  Wiese4  vor,  Zusammensetzungen
  erfolgen  mit  den  Grundwörtern  -heu,  -hof  -land,  -knüll,
-recht  usw.  Auch  in  Flurnamen  kommt  Wisch  häufig  als  Grund-  oder  Bestimmungswort
  vor  (Clausen  1988,  129f.;  Falkson  2,  2000,  580;  SchleswHWb
5,  666f.).  In  der  Mundart  von  Mecklenburg  hat  Wisch  f.  ,Wiese4  das  synonyme
  Wese  völlig  verdrängt.  Urkundliche  Belege  setzen  ab  1312  ein:  dat  gantze
dorp  ...  myt  wyschen;  auch  hier  haben  zahlreiche  Flurnamen  Wisch  als  Grundoder
  Bestimmungswort  (MecklWb  7,  1442f.).  In  Brandenburg  finden  sich  die
Lautformen  Wisch(e),  Wüsch(e)  für  ,Wiese,  zur  Heugewinnung  genutztes
Grasland4  im  gesamten  Norden  und  Nordwesten  (BranBerlWb  4,  809f.
[Karte]  und  833).
Im  größten  Teil  des  Südwestfälischen  und  im  südlichen  Ostwestfälischen
herrscht  das  Appellativ  Wiese  vor,  nördlich  davon  haben  die  westniederdeutschen
  Mundarten  allgemein  die  Bildung  Wi(e)sk.  Da  sich  aber  in  der
Toponymie  des  nördlichen  Gebietes  auch  Spuren  eines  and.  *wisa  finden  und
mnd.  wese  ,Wiese4  verstreut  belegt  ist,  dürfte  der  Nord-Süd-Gegensatz  der
westfälischen  Mundarten  eine  Ausgleichserscheinung  sein.  Westfälische  Flurnamen
  begegnen  in  den  Hauptformen  Wiesch(e),  Wiesk(e),  Wisk(e),  Wisch(e)
im  ganzen  Münsterland  sowie  in  den  Altkreisen  und  kreisfreien  Städten  Bielefeld,
  Detmold,  Halle,  Herford,  Minden,  Lemgo,  Lübbecke,  Wiedenbrück
(LOERSTE  1958,  54f.  und  Karte  19;  WESTFFlnAtl  Nr.  41).
Im  Rheinland  kommt  das  Appellativ  Wische  {Wisch,  Wiesch,  Wiesche)  f.
vereinzelt  im  Oberbergischen  und  weiter  im  Raum  Wuppertal,  bei  Velbert
(Kr.  Mettmann)  und  an  der  Ruhr  vor.  Als  Flurname  ist  es  durch  Wiese  fast

293
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.