Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

sie  nicht  mehr  den  tatsächlichen  Ursprung  und  die  Etymologie  des  Namens  erkennen
  lässt,  ein  wertvolles  Instrumentarium  für  die  korrekte  Deutung  eines
Flurnamens  sind.  Nur  ein  richtig  gedeuteter  Flurname  kann  für  diatopische
und  andere  weitergehende  Untersuchungen  herangezogen  werden.  Oftmals  ist
ein  alter  Flurname  auch  nur  noch  in  der  mündlichen  Kommunikation  existent
und  im  amtlichen,  schriftlichen  Gebrauch  durch  einen  neuen  Flurnamen  ersetzt
  worden.  Bei  der  Vor-Ort-Erhebung  der  Flurnamen  mussten  verschiedene
Gesichtspunkte  beachtet  werden,  um  einen  gewissen  Qualitätsstandard  des
Materials  zu  gewährleisten,  d.  h.  möglichst  zuverlässige  Dialektformen  zu  ermitteln:
  Dies  begann  bei  der  Suche  nach  geeigneten  Informanten,  in  der  Regel
über  den  Bürgermeister  der  Gemeinde.  Des  Weiteren  waren  die  besonderen
Bedingungen  der  künstlichen  Kommunikationssituation  zu  berücksichtigen
wie  auch  mögliche  Interferenzen,  verursacht  durch  die  amtliche  Namenform.14
Die  Transkription  der  Flurnamen  erfolgte  nach  IPA  (International  Phonetic
Alphabet)  und  in  fast  allen  Fällen  vom  Tonband,  da  das  Transkribieren  während
  des  Interviews  durch  einen  Phonetiker  und  die  anschließende  Überprüfung
  und  Korrektur  mit  Hilfe  des  Tonbandes  zu  zeitaufwendig  gewesen  wäre.
Eine  phonemische  Transkription  war  nicht  möglich,  da  die  Phonemsysteme
der  meisten  Ortsmundarten  des  Saarlandes  und  des  germanophonen  Lothringen
  nicht  erstellt  sind.  Daher  blieb  nur  die  phonetische  Transkription.  Arbeitsstandard
  des  ASFSL  war  eine  vereinfachte,  gut  lesbare  phonetische
Transkription  der  dialektalen  Flurnamen  mit  möglichst  wenig  diakritischen
Zeichen.  Da  die  Phonemsysteme  der  Ortsmundarten  fehlen,  handelt  es  sich
nur  um  eine  impressionistische  phonetische  Transkription.  Das  Gehörte  wurde
möglichst  genau  notiert,  ohne  eventuell  vorhandene  ,Fehler1  zu  berücksichtigen.
  Der  Untersuchungsraum  gehört  lautgeographisch  gesehen  teils  zum  Moselfränkischen,
  teils  zum  Rheinfränkischen.  Daher  ist  die  Anzahl  der  benötigten
  phonetischen  Zeichen  relativ  hoch.1^

14 Die  Vorgehensweise  bei  der  Erhebung  der  dialektalen  Flumamenformen  ist  beschrieben
  bei  Ramüe  1983.
h  Die  Transkription  der  Flurnamen  des  Saar-Mosel-Raumes  ist  ausführlich  erläutert
bei  Peetz  1993.  Dort  S.  99  eine  Zusammenstellung  der  bei  der  Transkription  benutzten
  Zeichen  des  IPA  und  S.  99-108  Erläuterungen  zu  den  verschiedenen  Lauten,
  zur  Betonung  und  zur  Rheinischen  Akzentuierung.

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