Münster Spreie, Spraol, für das Landgebiet nördlich von Hamburg und die
Grafschaft Rantzau Spre f. und für das Amt Recklinghausen Spränke f.’1’ ln
den Fürstentümern Göttingen und Grubenhagen wurde der Star Spree, Spreie,
Spreje, Sprene genannt (Schambach 1858, 206).
Mundartwörterbücher für das niederdeutsche Sprachgebiet, die im 20.
Jahrhundert entstanden sind, zeigen folgende dialektale Verhältnisse: In
Schleswig-Holstein heißt der Star Spree, der Plural (zuweilen auch der Singular,
vor allem im Reim) lautet Spreen, eine Nebenform ist Sprei', das Wort
kommt als Maskulinum, als Femininum und vereinzelt als Neutrum vor
(SCHLESWHWb 4, 781). MECKLWB 6, 684 nennt die Varianten Sprei, Spree f.
und Spren m. In Hamburg steht für Sturnus vulgaris nur selten Staar, die übliche
Bezeichnung ist Spree, Sprei m./f., Plural -n (HambWb 4, 489). In der
südwestfalischen Mundart ist die Bezeichnung für den Star Spräwe, Spräle
(Woeste 251).
Der nördliche und westliche Teil Hessens besitzt, wie Südwestfalen, die a-Form
der Vogelbezeichnung: Sprah(e) und die abweichenden Formen Sprahl,
Sprohe, Sprohl sind einige der hier vorkommenden Varianten, die maskulines
wie feminines Genus haben können. Diese Bezeichnungen sind gegenüber
Star im Rückzug begriffen (HNassWb 3, 695; Kehrein 1891, 384). In Kurhessen
wird der Star Sprin, Spren, Spre, Sprehe f. genannt (Vilmar 394).
Ebenfalls die e-Form findet sich im oberhessischen Spren m./f. (CRECELIUS
801). Vom SHessWb 5, 1227 wird Spren m. als veraltet bezeichnet.
ln den Mundarten des Rheinlands herrscht bis ins Moselfränkische hinein
die a-Form Sprahe vor. Nur zwei weit auseinander liegende Gebiete besitzen
die e-Form Sprehe: die Gegend um Selfkant und die Stadt Aachen sowie das
Gebiet an Nahe und Saar. Die einzelnen dialektalen Formen an der Saar zeigen
im Singular mehrere Auslautvarianten: Verschlusslaut b, Reibelaute w
und/sowie vokalischer Auslaut. Der Plural lautet Sprewe(n). Auf Sprahe führen
die Varianten mit den Langvokalen a (z. B. in Urexweiler) und o (z. B. in
Merzig-Haustadt) zurück (RheinWb 8, 404-408 mit Karte Sprahe und 421 f.;
vgl. auch Schön 197: Sprüh, Sprew'14 und für den Raum Merzig Conrath
237: Sprääwen PL ,Stare4).
DlTTMAlER 1963 verzeichnet keine entsprechenden Flurnamen. Für Kobem-Gondorf
im Lkr. Mayen-Koblenz wird an anderer Stelle der Flurname
Spreen genannt: 1350 Wingarten ... den man nennet Spreen (vgl. JUNGAN¬DREAS
1962, 1001: „aus *Spreenwingart, Wingert, der von Staren heimgesucht
wird?“).
313 Mitteilungen aus dem Mitgliederkreise. 1. Die Namen der Vögel im Niederdeutschen,
in: Korrespondenzblatt des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung 16
(1892), 82-87 und 17 (1893), 1-6.
314 Braun/Mangold 215 verzeichnen Schbrääb, PI. Schbrääwe ,Star‘ als Spitzname
für die Einwohner von St. Johann, einem Saarbrücker Stadtteil.
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