Nr. 32
sohr Adj.,trocken, ausgedörrf
A. Behren-lès-Forbach {Fb): 1727 or. frz. dans le sorheck / en haut du
sorhecken (AD Mos 4 E 301), o Sorheck ['zomheg]. Drillingen (Dr): 1735 or.
dt. in der sohr matt / vor der soormatt / obigem soorbrunnen (AD BR 8 E 200
Nr. 1-2), 1757 kop. 1791 dt. beym soorbrunnen (AD BR 8 E 200 Nr. 7), o
Sohrmatt [zoomai], Bei der sohrmatt [bi: da 'zommat], Hinten an der
sohrmatt [heqo an do 'zommat], Oben an der sohrmatt [o:vo an do zommat],
Dieseits der sohrmatt [bi: do zom'mat], Neben der sohrmatt [ne:vo do
'zommat], Sohrbronnen [zom'bruno], Beim sohrbronnen ['bim 'zombruno],
Dudweiler (SB): 1764 or. dt. im herrensohr / in dem herrensohr (GEB), o Im
Herrensohr, Am Herrensohr. Farschviller (Fb): 1753 or. frz. im sohr (AD
Mos 24 J 102 fol 47ff.). Freisen (SW): o Hammensehr [hamo'zem], Anderseit
Hammensehr [annzaits hamo'zem], Auf der Marxsehr [of dem mark'zem],
Links der Marxsehr [lipks dem mark'zem], Galgensehr [galyen'zem], Freisenersehr
[fraizomEzemJ. Habach (Ot): o Aufm Flürchen die Sohrstücker
['flimjo], Rettel (Si): 1792 or. frz. soirguevanne (AD Mos 6 J 106). Rouhling
(Sg): 1585 or. dt. bey dem sor (LH A Ko 55 A 4/492, 7), 1708 or. dt, am ohr /
unten am ohr / uffm ohr / uffs ohr (AD Mos E depot 601 1 G 1), o Soor [som],
Zvischerd soor dirgarten [tsvejo 'son un dmgeeto], Unten an soor ['unsrem
som], Oben an der soor [o:von am 'som].
(Vgl. Abb. 38)
B. Das heute im Niederdeutschen weit verbreitete Adjektiv sohr ,trocken,
ausgedörrt4 geht auf das westgerm. Adjektiv *sauza- ,trocken4 zurück, vgl.
asächs. sör, sär ,trocken4 (HOLTHAUSEN 1954, 62 und 69),30“ mnd. sör »trocken,
ausgedörrt4 (MndWb 4, 293), nnd. saar, soor, söör (Scheuermann
1995, 146), mnl. soor, nnl. zoor (MnlWb 7, 1576), aengl. sèor, nengl. sear.
Mhd. ist sór Adj. »trocken, dürr4 bei Nikolaus von Jeroschin (14. Jh., Ostpreußen)
belegt (LEXER 2, 1055). Als Grundlage wird idg. *sausó- »trocken4 angesetzt,
was auch in griech. aüos, lit. saüsas, akslav. suchü »trocken, dürr4 zu
finden ist (Kluge 855; Heidermanns 471; Weigand 2, 883). Im Althochdeutschen
ist das Adjektiv nicht textuell belegt: Als Glossenwort kommt aber
das schwache Verb irsören in einer Handschrift aus Karlsruhe vor, was soviel
wie ,abmagern; verwelken4 bedeutet (AhdGl 9, 37; ChWdWS 272); vgl.
mhd, sören sw. V. »trocken werden4 (LEXER 2, 1057), mnd. sören, aengl.
sèarian »verdorren4 (HEIDERMANNS 471 ).
1(12 ln Ortsnamen.
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