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Schucht m.,Widerrist, Schulter (von Großtieren); Bergname‘
A. Bierbach (SI): 1603 or. dt. auf dem schucht (HSA Mü Kasten blau 390/4
1), 1791 or. dt. auf dem schucht (LA Sp B 2/735), o Auf dem Schlucht, De
Schucht [da Juxt].
(Vgl. Abb. 37)
B. N1. schoft f./m. (brabantisch schocht), eigentlich ,Schulter bzw. Vorderschulterblatt
eines großen vierbeinigen Tieres, bes. Pferd, Esel oder Rind;
Widerrist4, wird vereinzelt auch als Formname für die Seite eines Felsens
verwendet (WNT 14, 769f). Sichere Belege aus mittelniederländischer Zeit
fehlen, das Wort könnte jedoch alt sein (MnlWb 7, 612f.). Bei Cornelis
KlUAAN sind Ende des 16. Jahrhunderts die Varianten schoft und schocht genannt
(De Vries 1971, 622). Als mittelniederdeutsche Form wird, ohne Angabe
von Belegstellen, schuft angegeben (fehlt im MndWb). Die ostfriesische
Form lautet schoft, die nordfriesische skoft.
Außergermanisch vergleichen sich aind. supti-, avest. supti- ,Schulter4, alb.
sup ,Schulter, Rücken4 < idg. *kup- ,Schulter4 (germanisch mit anlautendem
s-; IEW 627).
Das Wort zeigt den Lautwandel von /ft/ zu /xt/ (ht, cht), den die niederländischen
Mundarten, die westlichen niederdeutschen Mundarten sowie der mittelfränkische
Dialektraum (hier insbesondere das Ripuarische) aufweisen und
der früher bis nach Luxemburg und Lothringen reichte.299
C. In Schleswig-Holstein heißen der Widerrist des Pferdes sowie die Schulter
von Rind, Schaf und Schwein Schuff Schuft, Schoft m. (SchleswHWb 4,
423). Nach HambWb 4, 175 ist Schuft f. der ,Widerrist, der vordere Teil des
Rückens bei Großvieh4, ln der Mundart von Göttingen-Grubenhagen bezeichnete
Schuft f. die Hüfte, den Hinterbug des Pferdes (Schambach 1858, 186).
Im Westfälischen hat das Appellativ die Bedeutung , Widerrist bei Rind und
Pferd4, der Wandel /ft/ zu /xt/ ist teilweise vollzogen: Schucht, Schuch, Schuft
f.; außer diesen Formen wird das Syntagma op m schucht (Flurname?) genannt
(Woeste 233).
ln den rheinischen Mundarten hat der Lautwandel /ft/ zu /xt/ stattgefunden.
In der Form Schucht ist das Wort linksrheinisch bis an die Mosel und die untere
Saar, Raum Wittlich, Trier und Merzig, belegt. Als Bedeutungen werden
für das Rheinland ,Widerrist, Nacken bei Pferd und Rind4 sowie im übertragenen
Sinne ,das obere Halsstück des geschlachteten Schweines4, ,die Mähne
MhdGr § E 39,5; vgl. dazu auch Kapitel 6.1.2.
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