Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

sich  auch  noch  für  die  alten  Kreise  Wittgenstein  und  Meschede  nachweisen,
vgl.  auch  MÜLLER-WlLLE  1938).  Erste  Erwähnungen  eines  appellativischen
Niederschlags  der  Schiffeiwirtschaft  finden  sich  in  Akten  des  14.  Jahrhunderts,
  die  dem  linksrheinischen  Gebiet  zuzuordnen  sind;  Flurnamen,  die  auf
diese  Art  der  Rottwirtschaft  hindeuten,  sind  -  ebenfalls  in  diesem  Gebiet  -
bereits  um  1250  fassbar  (siehe  urkundliche  Belege  unter  Punkt  C).
Im  Saar-Mosel-Raum  weisen  historische  und  rezente  Flurnamen  auf  die
Schiffeiwirtschaft  hin:  Das  historische  Material  der  Flurnamenbelege  reicht
bis  ins  15.  Jahrhundert  zurück,  vgl.  Dreisbach:  1488  kop.  15.  Jh.  dt.  ane
schifflant.  Zusammensetzungen  wie  Herbitzheim:  1609  dt,  die  schiffeiswies;
1757  or.  dt.  die  schisseis  (wohl  verschrieben  für  *schiffels)  gärten;  1787  or.
dt.  die  schiffeisgärthen  werden  zum  Verbum  schiffein  ,durch  Abbrennen  von
Grasnarbe  und  Niederwald  Ackerland  gewinnen4  bzw.  wegen  des  Fugend  zu
Schüffels  f.  (nur  im  Singular  vorkommend)  ,die  nach  dem  Brennen  des
Schiffelhaufens  bleibende  Asche4  (RheinWb  9,  1852f.)  oder  aber  zu  einem
Personennamen  gestellt.  Im  Saar-Mosel-Raum  sind  vorwiegend  zusammengesetzte
  Flurnamen  belegt,  deren  Verbreitungsschwerpunkt  an  der  unteren  Blies
und  der  mittleren  Saar  mit  Ausläufern  entlang  der  Sprachgrenze  liegt.  Diese
Verbreitung  zeigt  Anschluss  an  die  durch  diese  besondere  Art  der  Rodung
charakterisierten  linksrheinischen  Gebiete.
(M.  V.)

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