Wadern) es sei im roden, schiff ein, und ackerniesung (DWB 6, 471). Im
Raum Merzig ist noch das Verb schiffein (mda. scheffeln) ,Wald in Acker
umpflügen, roden1 bekannt (CöNRATH 210).
Die Pfalz hat das Appellativ schüffeln sw. V. oberflächlich hacken, den
Rasen oder den Boden mit der Hacke oder Spaten (im Garten, Acker oder
Weinberg) leicht abschürfen und vom Unkraut befreien1, und zwar im westlichen
Teil des Verbreitungsgebietes (PfälzWb 5, 1470f.). Für das Rheinengtal
kennt Halfer 1988, 199 auch Flurnamen, die auf die Schiffeiwirtschaft zurückzuführen
sind: vgl. z. B. 1719 or. auf der schiffel Wiese (Perscheid,
Rhein-Hunsrück-Kreis), 1813 or, in der Schiffel [en da Jifal]. Im Saarbrücker
Raum ist das Verb schiffele ,Gras auf Wegen mit Flacke beseitigen1 (Verbreitung:
Saarbrücken, Gersweiler, Sulzbach) im appellativischen Gebrauch belegt
(SCHÖN 177); das Wort kommt auch in Flurnamen vor: vgl. 1588 unden
an der Schiehelswießen; 1610 uff Sciebelts wiese; 1687 die schieffelswies1,
1762 in den Schiffel Feldern (Gemarkung Malstatt-Burbach); 1761 die Schiffeis
Wieß (Gemarkung St. Arnual) (zum Verbum schiffein ,durch Abbrennen
von Grasnarbe und Niederwald Ackerland gewinnen1 bzw. zu Schüffels f. [nur
im Singular vorkommend] ,die nach dem Brennen des Schiffeihaufens bleibende
Asche1 [RheinWb 9, 1852f.], oder aber zu einem Personennamen wegen
des Fugen-s). Es handelt sich wahrscheinlich um alte Rodbüsche: Die
zahlreichen Erwähnungen von Rodhecken und -büschen im Saarbrücker
Raum beweisen, dass die Schiffeiwirtschaft in Saarbrücken und Umgebung
bis ins 18. Jahrhundert hinein verbreitet war (Bauer 1957, 112 und 194).
Südlich an den Untersuchungsraum schließen sich an (mit anderer Bedeutung):
Das Verb schufen ,mit der Schaufel arbeiten1 im gesamten Eisass (in
Urbis [Arr. Thann], Lutterbach und Burgfelden [Arr. Mulhouse], Logeinheim
und Dürrenenzen [Arr. Colmar], Müttersholz [Arr. Selestat-Erstein], Neuhof
und Strassburg [Arr. Strasbourg], Kochersberg, Zorntal, Lützelstein [Arr.
Saverne / Zabern]; ElsWb 2, 400).
Schüfet f. ist in der Bedeutung ,Schaufel1 im Bairischen (BayWb 2, 386)
und im Schweizerischen (SCHWEIZlD 8, 382ff.) als Appellativ und in Flurnamen
belegt.
D. Die landbauliche Nutzung des Niederwaldes, die Rottwirtschaft, lässt sich
ab dem 8. und 9. Jahrhundert nachweisen (SCHMITHÜSEN 1934). Für das 17.
und 18. Jahrhundert ist sie noch linksrheinisch für die Westeifel und die anschließenden
belgischen und luxemburgischen Ardennen sowie für einen breiten
Saum längs der Mosel, des Mittelrheins, der Nahe, der Saar und Ruwer zu
belegen (Hahn 1910; Brinkmann 1913; Rieder 1922; Schmitthenner
1923; Schmithüsen 1934; MÜLLER-WlLLE 1938; DWB 9, 1833ff.). Die
Schiffelwirtschafit, eine besondere Art der Rottwirtschaft, wurde vor allem in
den für die Landwirtschaft weniger geeigneten Teilen der Eifel betrieben und
weist auf einstige Rottwirtschaft hin. BAUR 1928 hat ihr Vorkommen in den
linksrheinischen Gebieten eingehend beschrieben (rechtsrheinisch lässt sie
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