Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Nr.  30

Schiffei,  Schüffel  f./п.  ,Platt-  oder  SchrägschaufeP,  davon
abgeleitet  eine  Rodungsart
A.  Bardenbach  (MW):  о  Schiffeiland.  Bübingen  (SB):  1601/50  schiffelstückwiesen
  (LÄUFER  Bübingen,  54),  1612  or.  dt,  von  der  schijfelsrecks  wiesen
(AD  Mos  10  fol  362).  Dreisbach  (MW):  1488  kop.  15.  Jh.  dt.  ane  schifflant
(StB  Tr  1671/348  fol  24v).  Einöd  (Hb):  1672  dt.  in  der  schiffeiswiese  (Lipps
Flurnamen  Einöd,  35),  1719  dt.  die  schifels  wiese  (LlPPS  Flurnamen  Einöd,
35),  1741  dt.  in  der  schiffelswiess  (Lipps  Flurnamen  Einöd,  35),  1790  dt.  die
schiffeiswiesen  (LlPPS  Flurnamen  Einöd,  35),  о  In  den  Schiffeiswiesen  [di
'Jivls  vi:s].  Ensheim  (SI):  18.  Jh.  dt.  schiffelland  (GEB).  Herbitzheim  (SI):
1609  dt.  die  schiffeiswies  (SPIES  Herbitzheim,  42),  1757  or.  dt.  die  schisseis
gärten  (LA  Sp  C  33/73  b),  1787  or.  dt.  die  schiffelsgärthen  (LA  Sp  C  33/73b).
Hilbesheim  (Fe):  1733  or.  frz.  oben  an  dem  schiffelsgartt  (AD  Mos  E  depot
329  1  G  1-2).  Malstatt-Burbach  (SB):  1588  or.  dt.  unden  an  der  schiebelswiessen
  (LA  Sb  22/2399  /  Bauer  1957),  1610  or.  dt.  uff  schiebelts  wiese  (LA
Sb  22/2400  /  BAUER  1957),  1687  or.  dt.  die  schiffelsswies  (LA  Sb  22/2752  /
Bauer  1957),  1762  or.  dt.  in  den  schiffel  feldern  (LA  Sb  22/3211  /  Bauer
1957),  о  In  den  Schiffelfeidern.  Menskirch  (Bv):  1688  or.  frz.  au  schiffeiberg
(AD  Mos  3  E  7336),  о  Schefferberg.  Morscholz  (MW):  о  Im  Schiffelland  [em
'JefTlan].  Oberleuken  (MW):  1720  or.  dt.  auff  stuffeldriesch  in  der  schiffel
(LHA  Ko  1  C/15221,  55),  о  Auf  Schiffeis  [em  'Je  fl].  Auf  Schiffeis  triesch  [op
'Jdi:9vldri:J].  Rohrbach-les-Bitche  (Rb):  о  Schiffeisheck  ['Jifolshek],  Kajel
auf  schiffeisheck  ['kojal  uf  'Jifalshek].  Saal  (SW):  о  Oberm  Rübenschiffei  [of
da  'rfvajivl],  Auf  dem  Rübenschiffei.  Sinz  (MW):  1719  or.  dt.  auff  dem  schiffel
(LHA  Ko  1  C/15235,  63),  1720  or.  dt.  auffschoffels  (LHA  Ko  1  C/15235,  73),
о  Auf  Schiffeis  ['Jefls],  Schiffeistück  [JeflJtek].  Sitzerath  (SW):  1720  or.  dt.
hinder  dem  flohr  im  schiffelland  (LHA  Ko  1  C/14873,  53).  Sotzweiler  (SW):
1707  dt.  biss  in  die  schoffelswies  (GEB),  1707  dt.  biss  in  die  schiffel  wiess
(GBA  LHA  Ko  182/109  fol  236).  St.  Arnual  (SB):  1761  or.  dt.  die  schiffeis
wiess  (LA  Sb  22/3235  /  Bauer  1957),  о  Die  Schiffeiswiese  /  Die  Siffelswies,
In  der  Schiffeiswiese  /  ln  den  Siefeiswiesen.  St.  Ingbert  (SI):  18.  Jh.  dt.
schiffelland  (GEB),  о  Am  Schiffland  [Jifalant],  Volmunster  (Vo):  о  Schiffeis
vies.  Wittring  (Sg):  о  Schiffelsroth  /  -rod  [Jefal'ra:t].
(Vgl.  Abb.  36)
B.  Das  Wort  Schiffel  (Schiefei,  Schievel,  Schüffel)  f./n.  ,Brandwirtschaft‘  und
das  davon  abgeleitete  Verb  schujfeln,  schüffeln  bezeichnen  eine  besondere  Art
der  Brandwirtschaft:  Es  handelt  sich  dabei  um  die  Abschälung  und  Verbrennung
  des  Aufwuchses  des  Ödlandes  oder  Niederwaldes  (Loh-,  Schälwald);  in
die  Asche  wird  die  Saat  gestreut.  Diese  Nutzungsart  gilt  heute  als  veraltet:  Sie

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