, Viehhürde, Viehstall bzw. Herrenland\ Letztere Bedeutung hätte sich dann aus
einer metonymischen Übertragung aus Saal, Herrenhof entwickelt. Denkbar ist
aber auch, dass es sich um eine Flur am Saal, am Herrenhof handelte.
Kemplich (Moselle, ct,n Metzervisse): 1692 or, frz. le pre saal / le prez saal
m. Dem Zusammenhang nach hat der Flurname vermutlich folgende Bedeutung:
,ein zur Wiese umfunktioniertes Grundstück saal" oder ,eine zum Saal
gehörige Wiese4.
Baerendorf (Bas-Rhin, con Drillingen): 1727 or. frz. höhe saal f. (?), amtl.
Hoosalle ['ho:sab]. Diese wahrscheinlich feminine, vermutlich vom romanischen
Femininum sala (frz. la salle) beeinflusste Variante könnte die Bedeutung
von ,Flur4 besessen haben, die an die für Metting skizzierte Bedeutung
anknüpft.
2. -sal als Zweitelement (Grundwort) eines Kompositums:
Hesse (Moselle, con Sarrebourg / Saarburg): 1303 or. lat. zu gersal m., wohl
zum Personennamen Geri-, Gerfejs, also ,Vieh-hürde, -stall bzw. Herrenland4
oder auch ,beim Flerrenhof des Geri.
Lohr (Bas-Rhin, con La Petite-Pierre / Lützelstein): nach 1350 or. dt. zu
stensal, dessen Deutung an die der historischen Siedlungsnamen des Typs
*stain-sali- > Stinzel,Steinhaus4 (siehe oben Nr. 12-13) anzuschließen ist.
Vaxy (Moselle, con Château-Salins): 1377 or. frz. lou prey de willessal,
wohl zum Personennamen Willi, -es\ analog gersal in Hesse (siehe oben) zu
interpretieren.
In dem begrenzten Gebiet des oberen Saargaus haben also -sal und -sei
- ebenfalls belegt im oberen Saargau, vgl. Beding (Moselle, con Phalsbourg /
Pfalzburg), amtl. Linselfeld ['linzofdt]; dazu vgl. Überherrn (Lkr. Saarlouis),
amtl. Linslerhof['\e:zoln hof / 'lenzol / 'le:zal / 'le:zdn], d. i. oben Nr. 11 - als
Grundwort existiert, sicher beeinflusst von Saal als Simplex.
Die Wortgruppe -salf-sel und ihre Verbreitung ist als wichtiges sprachliches
Zeugnis für die Siedlungsgeschichte der Franken in unserem Raum anzusprechen.
Die südlichsten Flurnamenbelege zw stensal (Lohr, 1350 or. dt.) und
Linselfeld (Beding) weisen außerdem intensiv auf den ursprünglich fränkischen
Charakter auch der südlothringischen Siedlungslandschaft hin. Das
Wort ist in den deutsch-lothringischen Mundarten in der dargestellten Bedeutung
appellativisch nicht mehr gebräuchlich.
(M. V.)
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