1).~% Zu ahd. mhd. sal st. m. ,Haus4 gehören die südhessischen Flurnamen wie
z. B. 1319 in campo diclo Saleckere, die sich in der Regel auf den Herrenhof
und das dazu gehörige Gut beziehen. Der Flurname Der Saalgarten in Leeheim
(Riedstadt) liegt in der Nähe des ebenfalls herrschaftliches Gut anzeigenden
Kammerhofs (SHessFln 793).
LuxWb 4, 82 meldet Sali m. ,Saal4; PfäLZWb 5, 677 bezeichnet mit Saal
m./(n.) den größeren Raum, insbesondere für Feste und Tanz (verbreitet in der
gesamten Pfalz); das Dorf mit dem Namen Saal (Lkr. St. Wendel) gehörte
nachweislich zum Königsgut (siehe unten). CHRISTMANN 1968, 524-525 stellt
den Ortsnamen zu ahd. mhd. sal (nhd. Saal) im Sinne von „Königshof (Königshöfe
werden oft nach ihrem Hauptraum sal genannt)“. Das Eisass (ElsWb
2, 347) kennt als Appellativ Saal m. ,Saal, großes Zimmer4 (Sal in Colmar,
Straßburg und Oberrödern, Arr. Wissembourg / Weißenburg). Das Badische
(BadWb 4, 353-416, hier 385) hat Saal m./(n.) ,großer Raum für Versammlungen
oder Tanzveranstaltungen4, mit Hinweisen auf Flurnamen. Das
BayWb 2, 249f. belegt Sal m. ,Saal4. Das schwäbische Wörterbuch
(SchwäbWb 5, 542) meldet Sal n. ,Saal4, ohne Hinweise auf Ortsnamen oder
Flurnamen. Die Schweiz (SCHWEIZlD 7, 687ff.) hat Sal, Sali m. wesentlich
wie nhd. Saal in öffentlichen Gebäuden4, mit Hinweisen auf Ortsnamen
(Überlieferung ab dem 15. Jahrhundert). In den südlicheren Gebieten fehlt also
die Bedeutung von sala- als ,Haus, Halle4.
D. Im Saar-Mosel-Raum kommt das Wort sowohl in Flurnamen als auch in
historischen Siedlungsnamen vor. Das Wort ist entweder als Grundwort von
Komposita (-seli; -selida) oder als Simplex (Saal) belegt. Historische Siedlungsnamen
sind für Niederstinzel, Oberstinzel, Saal belegt und reichen bis
ins 11. Jahrhundert zurück. Anbei ist auch auf die Wüstung Linsel (heute
Linslerhof, Gde. Überherrn) zu verweisen, für welche die Belege bis ins 12.
Jahrhundert zurückreichen:
(11) tLinsel (heute Linslerhof, Gde. Überherrn): 1154 lat. Lendesele
(JUNGK Saarbrücken, 28 Nr. 89), 1 154 or. lat. ad Lendesele (AUSFELD
Fraulautern, 16 Nr. 1), 1154 or. lat. allodium quod ad Lendesele (LA
Sb Fraulautern Nr. 2), 1 155 or. lat. allodium ad Lindenseile (La Sb
Faulautem Nr. 3), 1156 kop. 13. Jh. lat. ad Lendenselle (AUSFELD
Fraulautern, 18 Nr. 2), 1442 or. dt. Lindesel (LA Sb 22/2305 fol 1),
1447 kop. 16. Jh. dt. zu Lindesal / Lindesel (LA Sb 22/2441 fol 521),
ca. 1450 or. dt. Lindesel (LA Sb 22/2993 fol 3), 1451 or. dt. von Lindesell
(LA Sb 22/297 fol 7), 1465 or. dt. Lindeseil (LA Sb 22/2977 fol
20), 1465 Lyndesel or. dt. (Burg Wadgassen Nr. 831), 1465 or. dt.
hoiffe zu Lyndel (LA Sb Fraulautern Nr. 204), 1465 or. dt. Lindesale
(LA Sb 22/2977 fol 20), 1657 or. dt. Lenseil (LA Sb Fraulautern Nr.
296 SHessFln 793.
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