Erwägung gezogen, dass Rod im alemannischen Gebiet bodenständig sein
müsse (SCHNEIDER 1962, 118; SchweizId 6, 622); die Beurteilung beruht jedoch
z. T. auf nicht sicher zuzuordnenden Belegen/
Das eigentliche alemannische Rodungswort Rüti (< ahd. riuti n.) wurde
vom fränkischen Rocl seit dem 10. Jahrhundert rheinaufwärts gedrängt. Ab
dem 14./15. Jahrhundert wurde diese Entwicklung wieder rückgängig gemacht
(Kunze 2003, 2815).
D. Im Untersuchungsgebiet war der Plural Röder noch im 18. Jahrhundert als
Appellativ geläufig, wie der Titel einer Urkunde von 1757 belegt: „Wiesen,
Felder und Rödter auf den zur Herrschaft Ottweiler gehörigen Bärmen“
(BAUER 1957, 237). ln Flurnamen ist das Namenwort ab dem 13. Jahrhundert
überliefert. Bereits in der Mitte des 10. Jahrhunderts wird in kopialer Überlieferung
Batschweiler, ein Ortsteil von Noswendel im Lkr. Merzig-Wadern, mit
seinem Altnamen Badachenroth (MÜLLER Güterrolle, 1 17) genannt, der aus
dem Personennamen Badicho und dem Grundwort ahd. rod gebildet ist, später
aber das Grundwort -xvllari annimmt (Pitz 1997, 96f.). Das Vorkommen konzentriert
sich östlich der Sprachgrenze, nach Südosten hin laufen die Belege
allmählich aus. Westlich der Sprachgrenze gibt es nennenswerte Vorkommen
im con Chäteau-Salins und im con Dieuze / Duß. Insgesamt gibt es in mehr als
500 Gemarkungen des Untersuchungsgebietes einen oder mehrere Flurnamen
mit Rod. Belegt sind Varianten, die z. T. Umlaut oder Senkung von /o/ zu /a/
zeigen, sowie verschiedene Plural- und Diminutivbildungen, z. B. rod, roth,
rott, röth, rodde, rad, für den Plural röder, roderen, roden, räderen, reder und
als Diminutiv rötgen, rödchen, roedtgen, räthchen. Vereinzelt begegnen auch
Formen mit Dehnungs-/ (roidt).21<1
Das Rod-Wort ist häufig nicht eindeutig vom Farbadjektiv rot zu unterscheiden.
Historische Belege wie 1500 auf dem roder berg oder Formen mit
Umlaut wie 1500 hinder dem rödergartenn (beide Saarbrücken-St. Johann,
Bauer 1957, 238f.) erlauben jedoch den eindeutigen Ausschluss des Adjektivs
als Bestimmungswort, was bei der Bewertung des rezenten Flurnamens
alleine (Rothenberg bzw. Rothengärten) nicht möglich wäre. Allerdings sind
historische rod-Flurnamen nicht in allen Fällen sicher der Farbbezeichnung
oder dem Rodungswort zuzuordnen. Daher muss damit gerechnet werden,
dass insbesondere in der Auflistung der Orte, die den Rodungsnamen in der
Hauptform (-o-Form, Singular, siehe oben, Abschnitt A) aufweisen, einige
enthalten sein können, deren Flurnamen mit dem Adjektiv rot gebildet sind.
Die Ausbreitung der /?or/-Namen im Untersuchungsgebiet ist, wie die Karme
wird hier als Ableitung vom niederdeutschen Verb roden gedeutet).
27i Die Siedlungsnamen auf -roth werden im Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen
(LSG 1008 [Index]) gedeutet als Bildungen mit dem Farbadjektiv rot.
276 Vgl. auch Schön 167.
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