de, indem man buschbewachsene Stellen an Hängen zunächst rodete und dann
mit anspruchslosen Früchten wie Hafer, Buchweizen, Hirse, Linsen usw. bepflanzte.
Auch hier kann Rod für die Rebneuanlage stehen (Christmann
1972, 30; Kleiber 1980, 12 und Karte 6; PfälzWb 5, 563-569 und Karte
318; ZINK 1923, 13 lf.).
Roden wird in der luxemburgischen Mundart zu rueden (im Ösling
ruadden, ntädden) diphthongiert. Das Substantiv dazu ist Rued\ es ist appellativisch
und toponymisch belegt (LuxWb 4, 69f.). Als Flurname kommen in
Luxemburg die Varianten Rodert, Ruoder, Roeder, Roider, Rat, Raedgen usw.
vor (Anen 1945, 109). Auch im angrenzenden Saargau ist das Verb diphthongiert
zu ru.arden (CONRATH 197).
Das Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten nennt lediglich ein
Kompositum Rit-hack ,Reuthacke‘, das zu ahd. riuti n. zu stellen ist
(DtLothrWb 416); Rod und roden müssen jedoch in der Mundart lebendig
gewesen sein, wie die zahlreichen Flurnamenbelege vor allem auf der östlichen
Seite der Sprachgrenze belegen, ln Geudertheim im elsässischen con
Brumath (F, Bas-Rhin, Arr. Strasbourg-Campagne) wird ein Wiesengelände,
auf dem früher ein Wald stand, Rot genannt; hier liegt die oberdeutsche Entsprechung
von Rod vor, während im Eisass sonst Gerät gebräuchlich ist
(ElsWb 2, 306f.). Der zum Untersuchungsraum gehörende Teil des
Departements Bas-Rhin, das sogenannte Krumme Eisass westlich der Vogesen,
das sprachhistorisch zu Lothringen gehört, hat wiederum /totZ-Flurnamen;
nach dem Zeugnis einiger älterer Siedlungsnamen tritt der Name bis in den
Raum Colmar auf (ClaüSS 1914, 490 und 835f.).
Östlich des Rheins reicht das Rod-Vorkommen am alemannischfränkischen
Grenzgürtel entlang noch etwas weiter nach Süden, in Baden bis
zur Ortenau; ein Streubeleg findet sich noch in der Gegend von Emmendingen,
in der Freiburger Bucht gelten nur noch Ried und Rüti. Auch im nördlichen
alemannischen Württemberg tritt der Name auf, während der Breisgau,
der südliche Schwarzwald und die Schweiz keine alten Belege haben (BadWb
4, 313; BUCK 1931, 22lf.; Keinath 1951, 87; Kleiber 1957, 176-179; Roos
1966, 184-186 und 320-323; Schneider 1962, 115-129; SchwäbWb 5,
382f.; SchweizId 6, 622; VOLLMANN 1926, 38).
Das Vorkommen des Flurnamens Rod im Alemannischen erklärt KLEIBER
mit fränkischem Import (KLEIBER 1957, 178). Die Zeit der Übernahme lasse
sich nur ungenau abgrenzen. Ein alter Beleg aus dem Ortenaukreis (926
Luiboldisrode, Flurname in der Mark Ettenheim) deutet auf ein hohes Alter
des Namenwortes, in der Masse erscheint Rod allerdings erst im 13./14. Jahrhundert.2
4 Aufgrund der weiten und altbezeugten Verbreitung wurde auch in
274 Zum Beispiel nach 1366 im rode, rezent Rot n. ,Rodung‘ in Oberwil (CH, Kt. Basel-Landschaft),
vgl.: Oberwil. Ortsgeschichte und Ortsname - Flurnamen der Gemeinde
(Namenbuch der Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft; Oberwil), Stiftung
für Orts- und Flurnamen-Forschung Baselland, Pratteln 2007, 44 (der Fluma-253