Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Flurname  begegnet  Pfuhl  an  der  Mosel.  Historische  Belege  des  Raums  sind:
1419  an  den  piilen  (zu  yssel),  um  1500  in  den  polen,  1510  In  dem  (!)  puellen,
In  den  puelen,  1660  Ackerfelder  zu  den  Pfüelen,  1720  in  den  Pullen,  In  den
Pöhlen,  mda.  An  den  Pejlen  (bei  Pöhlen  in  Schweich:  [ei]  im  Plural).  Das
Wort  bezieht  sich  auf  Äcker  und  Wiesen  des  Moseldammes  (JUNGANDREAS
1962,  819).
Das  Luxemburgische  bezeugt  Pull  m.  ,Wasserpfuhl,  Pfütze,  Lache,  Tümpel;
  Jauche1  im  appellativischen  Gebrauch;  im  Westösling  ist  außerdem  die
Variante  Poul  belegt.  Es  wird  auch  auf  die  Sonderbedeutung  ,Meer,  bes.  Atlantischer
  Ozean4  hingewiesen  (LuxWb  3,  394f.).
Die  in  der  Nordwestpfalz  und  der  südlichen  Westpfalz  verbreitete  Variante
Puhl  (pül)  und  die  Variantenform  Pouf  die  für  Frankenholz  (Saarpfalz-Kreis)
gemeldet  ist,  bezeichnen  einen  ,Tümpel,  in  dem  sich  Enten  und  Gänse  tummeln4.
  Die  Bedeutung  ,sumpfige  Stelle  von  geringer  Ausdehnung4  ist  für
Salzwoog,  Lkr.  Südwestpfalz,  gemeldet;  als  Bezeichnung  für  sich  zur  Regenzeit
  mit  Wasser  füllende  Erdvertiefungen,  wie  sie  auf  den  schweren,  wasserundurchlässigen
  Lehmböden  der  Westpfalz  zahlreich  Vorkommen,  kommt  das
Wort  in  Gersbach  (Stadt  Pirmasens)  vor  (PfäLZWb  1,  872ff.  und  Karte  46).
Die  Bedeutung  Jauche4  (=  Puddel)  ist  in  der  nördlichen  und  mittleren  Vorderpfalz
  sowie  im  Ostteil  der  südlichen  Vorderpfalz  bekannt  (ebd.,  873f.  und
Karte  46).  Als  Flurname  ist  das  Wort  schon  in  älterer  Zeit  belegt:  Die  Flurnamen
  weisen  oft  auf  frühere  Teiche  hin,  so  z.  B.  1553:  Alßpacher  pfad,  zeugt
an  den  Zielbäumen  aus  gegen  dem  puhl\  1606:  (die  Grenze  soll)  mitten
durch  den  Pfuel  ...  gehen  (ebd.).  Weitere  hist.  Flurnamen  (ZINK  1923,  153):
1303  Elpul  (Gde.  Kerzenheim,  Donnersbergkreis),  1470  in  dem  Egelpfule  neben
  dem  Garten  (Kirrweiler,  Lkr.  Kusel),  1504  Heydenpfuhl  (Bärenbach,  Lkr.
Bad  Kreuznach);  1286  zu  pole,  1490  zu  phule,  1508  zu  pfui,  1626  im  Pfall
(Abenheim,  Stadt  Worms)  (Ramge  1979,  232).
Für  die  Saarbrücker  Mundart  meldet  SCHÖN  159  Pul  (pül  in  Saarbrücken,
Bischmisheim,  Güdingen,  Sulzbach)  m.  ,Pfuhl;  Jauche4.  DtLothrWb  71  verzeichnet
  Pul  m.  .Pfuhl,  Teich,  Wasserlache4  mit  den  Varianten  pul  und  pül  in
Forbach  (Arr.  Forbach),  Oberhomburg  (Arr.  Forbach),  Faulquemont  /  Falkenberg
  (Arr.  Boulay-Moselle  /  Bolchen),  Sarreguemines  /  Saargemünd  (Arr.  Sarreguemines),
  Lixingen  (Arr.  Sarreguemines);  pul  in  Thionville  /  Diedenhofen
(Arr.  Thionville);  poul  in  Sierck  (Arr.  Thionville).  Der  Plural  lautet  pil.  Die
Bedeutung  ,Mistjauche4  ist  für  Sierck  (Arr.  Thionville)  gemeldet.
In  den  im  Krummen  Eisass  gelegenen  Orten  Tieffenbach  und  Saarunion
(Arr.  Saverne  /  Zabem)  kommt  Phül  m.  ,Teich,  Waldsumpf  vor  (ElsWb  1,
135);  die  in  Saarunion  gebrauchte  Pluralform  lautet  Phil  (vgl.  auch  die  Flurnamen
  des  Saar-Mosel-Raums,  Abschnitte  A  und  D).

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