moselfränkischen Dialektraum (vgl. oben den luxemburgischen Siedlungsnamen
Mersch mit seinen Frühbelegen).
Die älteren historischen Belege lauten meist mersch oder merche. Jüngere
historische und rezente Belege zeigen häufig die hyperkorrekte Schreibung
morsch. Bei den Belegen au merxe aus Cattenom sowie la petite maix aus
Guinglange handelt es sich um romanisierte Schreibungen.
Bis auf einen Fall nicht in die Belegliste aufgenommen wurden mit dem
Gewässernamen Morschbach gebildete Flurnamen: Das Bestimmungswort
dieses Namens ist eine sk-Ableitung von urgerm. *möra- ,Morast, sumpfartiges
Land1; letzteres ist eine Vrddhi-Ableitung von urgerm. *mari- ,See,
Meer1. Zu *möra- stellen sich ahd. mhd. muor n., asächs. mör, aengl. mör
,Sumpf, Moor1 (Darms 1978, 162-166; LÜHR 2000, 13f.). Auch außerhalb
des Untersuchungsgebietes finden sich entsprechende Flurnamenbelege wie
1471 im morszfelde, 1588 bei den Morschweyden, 1604 im Morsch (SHESS-Wb
4, 636; vgl. auch Dittmaier 207 mit Hinweis auf niederländisches Vorkommen
und SCHÖNFELD 1950, 48). Der rezente Name Mörschbach aus
Wolfersweiler wurde aufgenommen, weil der Mundartbeleg auf Mersch
schließen lässt; die verschriftete Form ist als das Ergebnis hyperkorrekter
Rundung zu interpretieren.
Auffällig ist der Originalbeleg in marchvelt aus Wallerfangen: Marsch erscheint
in appellativischer Verwendung und als Namenwort nur bis zum Münsterland
und Nordhessen, südlich davon kommt nur Mersch vor. Die Abwanderung
des Wortes aus seinem Stammgebiet an der Nordseeküste muss demnach
stattgefunden haben, bevor die Senkung zu Marsch und der r-Schwund zu
Masch eingetreten sind. Daher handelt es sich beim Wallerfanger Flurnamen,
wenn keine Verschreibung oder Verlesung vorliegt, auch wegen des fehlenden
(sch) vielleicht um eine Bildung mit einem anderen Appellativ, möglicherweise
mit Mähre, hier dann in der nicht movierten, umlautlosen Form.'7
(R. K.)
257 Vgl. ahd. marahscalc < germ. *marha- m. ,Pferd1, sonst ahd. mer(i)ha, mhd. merhe
aus der movierten Form germ. *marhVjö- f. ,Stute1.
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