Finstingen, con Bitche), lisa, lysa (con Sarreguemines-Campagne), lista (con
Sarratbe), lisa (c011 Forbach, c011 Behren-les-Forbach); die Bedeutung ist Schilf,
Rohr, Riedgras (DtLothrWb 336).
Im Ober- und im Untereisass bezeichnet Liesch, Liest m./n. Schilf, Seggen
(carex) und Riedgras, das als Viehfutter nicht verwendbar ist, aber auch Wasserpflanzen
überhaupt. Zusammensetzungen sind Liestgras und Lieschmatte1
(ElsWb 1,618). Für das Untereisass ist das Wort in einem Weistum von 1320
belegt: es ist auch zu wissende, das zu mittel meigen, so sollent die banwarte
bringen in den hof sebeden und lie sc he, das der appet und die hufer sufir
gesizent {DWB 12, 1019).
Liesch, Liescht m. ist in der badischen Mundart ein Pflanzenname für grasoder
schilfartige Wasser-, Sumpf- oder Riedpflanzen; auch getrocknete Gräser
oder Schilfblätter aus solchen Pflanzen, die zum Abdichten von Fässern dienen,
heißen Liesch. Die Zusammensetzungen Liesch-bündel, -dörrer, -gras,
-kolben, -matte, -rupf er, -seil, Spinner, Liesch(t)-haken, -messer beziehen sich
auf die Pflanzen selber oder auf ihre Verwendung im Küferhandwerk
(BadWb 3,465).
Auch das schwäbische Liesch m. bezeichnet Rohrkolbengewächse sowie
getrocknete Blätter daraus zum Abdichten von Fässern (SchwäbWb 4, 1243).
Im süddeutschen Raum kommt Liesch auch in Flurnamen vor, z. B. in Daxlanden,
Stadt Karlsruhe: 1542 gen. der Wird und Lischacker, 1585 vff dem
Lieschacker, 1679 Lüstackher, rezent Liestäcker, sowie in Bischoffingen,
Gde. Vogtsburg im Kaiserstuhl: 16. Jh. E. v, der Liestmatten, 1586 von der
Liestmat ,feuchte Wiese mit Sumpfgras4 (SCHNEIDER 1960, 168; Vollmann
1926, 30; WENNINGER 1997, 138).
ln der Schweiz gibt es Lisch als Neutrum und als Femininum. Das Wort bezeichnet
hier minderwertiges, auf nassem Boden wachsendes Gras, das bei
Futtermangel an Pferde und Schafe verfuttert wurde und das auch als Bettfüllung
Verwendung fand, und des Weiteren sumpfige Grundstücke, auf denen
Liesch wächst (SchweizId 3, 1459).
D. Bei der Auflistung der Z4e.sr/?-Flurnamenbelege des Untersuchungsraums
in Abschnitt A und bei deren Kartierung (vgl. Abb. 31) wurden die Varianten
Lesch/Lesch, Liesch, GeleschiGelösch sowie ,Sonstige4 unterschieden. Dabei
zeigte sich, dass die Hauptvarianten Lesch/Lesch und Liesch, deren Überlieferung
im 15. bzw. im 16. Jahrhundert einsetzt, klare Verbreitungsschwerpunkte
haben: Die e-Variante, die zahlenmäßig am stärksten vertreten ist,
kommt fast ausschließlich in den Gebieten an Obermosel, unterer Saar, Prims
und oberer Blies vor. Dies sind diejenigen Namenräume des Saar-Mosel-Raums,
die einen nördlichen Anschluss in Luxemburger Gutland, im Trierer
Land und im Hunsrück haben (vgl. SCHORR 2000, 35-39 und 43-45 sowie
Karte 21). Daher ist die Variante Lesch/Lesch als ,Nordwort4 aufzufassen. Das
vereinzelte Vorkommen dieser Variante im Süden des Saar-Mosel-Raums
dürfte so zu interpretieren sein, dass in älterer Zeit eine Zugehörigkeit des Ge¬220