Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Nr.  24
Leweck  f.  ,Lerche"
A.  Hunting  (Si):  1597  or.  dt.  in  leweck  (AD  Mos  3  E  7276),  1613  or.  dt.  in
leweckh  (AD  Mos  3  E  7284),  18.  Jh.  or.  frz.  leneck  (AD  Mos  E  depot  746  1  G
1),  o  Lehwek  ['le:vek],  Ebensten  Lehwek  [ievojton  'le:vek].
(Vgl.  Abb.  30)
B.  Mnd,  lewerike,  lewerke  f.  ,Lerche'  (MndWb  2,  682),  asächs.  lewerka  sw.  f.
,Lerche'  (GALLÉE  1903,  194f.),  ebenso  frühmni.  lewerke  f.  (VroegMnlWb  2,
2761),  mnl.  leewer(i)ke,  nnl.  leeuwerik  (MnlWb  4,  304),  nfries.  lörts(e),  lerts
(<  afries.  *lertze),  auch  in  anord.  Icewirki  m.  (vgl.  engl,  lärka).  aengl.  Iceverce,
läwerce,  nengl.  lark,  nordfries.  läsk  (<  laiwas-kön),  liurk,  stellt  eine  Lautvariante
  zu  der  standardsprachlichen  und  oberdeutschen  Form  Lerche  f.  (mhd.  lérche,
  léwer(i)ch,  ahd.  lerih(h)a,  lerahha)  dar;  zugrunde  liegt  germ.  *laiwazikön  f.
,Lerche'  (Kluge  570f.;  Pfeifer  792;  EWN  3,  197).  Für  die  althochdeutsche
Zeit  sind  neben  Glossen  mit  der  standardsprachlichen  Form  auch  solche  Glossen
zu  verzeichnen,  die  inlautendes  -w-  behalten;  deren  Verbreitung  konzentriert
sich  auf  den  mittelfränkischen  und  niederdeutschen  Raum:  leuuerca,  leuuerka,
lewerca,  lewercke  glossieren  lat.  caradrion  (=  charadrion),  laudula  und  alauda
(AhdGl  6,  57).  Mittelniederdeutsche  Glossen  aus  dem  14./15.  Jahrhundert  sind
lewecken  zu  lat.  acredula  und  lewerk  zu  lat.  alauda  (ebd.;  SuüLAHTl  1909,
96ff).  Die  Etymologie  des  Wortes  ist  dunkel:  Man  kann  -ikön  als  Suffix  ablösen,
  die  Deutung  des  ersten  Elementes  bereitet  aber  Schwierigkeiten.  Finn.  leivo
,Lerche'  und  ferner  lat.  alauda  ,Haubenlerche'  sind  damit  zu  vergleichen
(KLUGE  570f.).
C.  in  den  rezenten  Mundarten  kommen  Formen  mit  erhaltenem  -w-  im  Westmitteldeutschen
  vor  (siehe  unten),  mit  Anschluss  im  niederländischen  und
niederdeutschen  Sprachgebiet  (DWA  15  Karte  9;  DWB  12,  759f.).
In  den  Mundarten  Niedersachsens  und  Bremens  ist  Leverke,  Lewerk  f.
,Lerche'  belegt  (BremNsäCHSWb  3,  59f.).  Im  Lüneburgischen  ist  LTrk  bzw.
Lérk  f.  die  Bezeichnung  für  die  Feld-  und  Heidlerche:  Diese  und  andere  Lautvarianten
  sind  in  Anlehnung  an  die  standardsprachliche  Form  entstanden.  Das
Namenwort  ist  auch  in  Flurnamen  produktiv,  vgl.  Lérk'nbarch  in
Ochtmannsbruch  (Lkr.  Harburg),  auch  in  Nindorf  am  Walde  (Lkr.  Harburg),
Soderstorf  und  Wetzen  (Lkr.  Lüneburg)  (LÜNEBWb  2,  307).  In  der  Mundart
von  Göttingen-Grubenhagen  kommt  ähnlicherweise  lerke,  iereke  f.  .Lerche,
alauda  arvensis'vor  (Schambach  1858,  122).
In  Hamburg  kommt  Lark  f.  ,Lerche'  neben  Lerk  (Mitte  3  8.  Jh.  Leerk)  vor;
mancherorts  ist  Lewark  verbreitet,  im  18.  Jahrhundert  ist  noch  eine  ältere
Form  Lewerken  belegt.  Entsprechende  Flurnamen  sind  z.  B.  Leerkenbarg
(1688),  Lerckenbarg  (1771)  (HambWb  3,  36f.).
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