Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Im  Mittelniederländischen  kommt  coppel(e),  copel,  copie  als  Femininum
und  als  Neutrum  vor.  Für  das  Ostmittelniederländische  ist  die  Bedeutung
,gemeenschappelijke  weide'"1  belegt;  in  dieser  Bedeutung  wurde  das  Wort
auch  toponymisiert  (MnlHdWb  306f.;  MnlWb  3,  1884-1886;  Moerman
1956,  132;  Schönfeld  1950,  165).
Alte  toponymische  Zeugnisse  stammen  aus  dem  Kölner  Raum  und  aus  der
Provinz  Utrecht  (GYSSELING  572;  KÜNZEL/BlOK/VerhöEFF  210):
(1)  Copelewede,  unbek.  bei  Brauweiler,  Stadt  Pulheim  (Rhein-Erft-Kreis):
1028  or.  in  Ulis  terminis  qui  wlgo  dicuntur  Cópele  weide,  1051  or.
pro  tu  in  Ulis  terminis  qui  uulgo  dicuntur  Copelewede-,
(2)  Coppelwethe,  unbek.  bei  Houten  (?)  (NL,  Prov.  Utrecht):  1159  or.  haec
propriis  duximus  exprimenda  vocabulis  ...  Coppelwethe.
C. Die  Mundartwörterbücher  des  deutschsprachigen  Raumes  verzeichnen
Koppel  meist  in  allen  in  Abschnitt  B  genannten  Bedeutungsvarianten  bzw.
Ableitungen  davon.  Da  für  die  Toponymie  jedoch  nur  die  Bedeutung  ,eingezäuntes
  Weideland'  eine  Rolle  spielt,  ist  hier  nur  diese  zu  berücksichtigen.
In  der  Mundart  von  Schleswig-Holstein  ist  Koppel  m.  ein  ,mit  Wall  und
Zaun  eingefriedigtes  Landstück',  ln  dieser  Bedeutung  erscheint  Koppel  sehr
häufig  als  Grundwort  (z.  B.  Busch-,  Holt-,  Moor-,  Nacht-koppel)  und  etwas
seltener  als  Bestimmungswort  (z.  B.  Koppel-brook)  von  Flurnamen.  Die  holsteinische
  Koppelwirtschaft  wird  erstmals  1258  beurkundet””“  (CLAUSEN
1988,  65  und  67;  Falksön  2,  2000,  527;  SchleswHWb  3,  263f.).
Ein  Flurname  von  1298  aus  dem  Raum  Usedom  lautet  des  brokes,
ghenomet  de  mghe  coppele  (Holsten  1963,  81).  Einfriedigung  eines  Landstücks
  und  das  eingefriedigte,  aber  auch  anderswie  abgesondertes  Stück  Land
selbst'  bedeutet  Koppel  f./n.  in  Mecklenburg.  Ein  Beleg  aus  dem  Jahr  1350
ist:  quoddam  genus  prati,  quod  koppele  dicitur.  Zahlreiche  Flurnamen  dieses
Raumes  sind  mit  Koppel  gebildet  (MecklWb  4,  557L),
Im  Nordniedersächsischen  hat  Koppel  wie  im  Mittelniederdeutschen  in  der
Bedeutung  ,Ackerland,  Weide,  Wald'  feminines  Genus;  auch  hier  tritt  es  in
Flurnamen  auf  (LünebWb  2,  182L;  Scheuermann  1995,  132).  Sonst  kommt
Koppel,  Koppel  in  Niedersachsen  in  allen  drei  Genera  vor.  Das  Wort  bedeutet
hier  ,(eingefriedigtes)  Landstück,  (eingefriedigte)  Weide,  (eingefriedigtes)
Waldstück'  -  manchmal  ist  speziell  die  Gemeinweide  als  Teil  der  Allmende
gemeint  -  und  daneben  auch  Einfriedigung,  spez.  Weidezaun'  (NsächsWb
7,  728f.).  Koppel  ist  im  Norden  Deutschlands  lange  in  der  Bildung  von
Toponymen  produktiv  geblieben,  wie  die  zahlreichen  Koppel-Flurnamen  aus
Moordorf  im  Lkr.  Rotenburg  (Wümme),  einer  1779/80  gegründeten  Moorko-221

  In  dieser  Bedeutung  auch  im  vom  Vroec.MnlWb  2,  2548  genannten  Kompositum
coppelhoeve  (mit  dem  Grundwort  Hof).
222  Beleg  oben,  Abschnitt  B.

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