Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Eine  Besonderheit  ist  dies  insofern,  als  der  Untersuchungsraum  bis  auf  die  im
Mittelfränkischen  nicht  von  der  Verschiebung  betroffenen  neutralen  Pronomen
  dat,  wat,  it  und  allet  die  Verschiebung  von  t  durchgeführt  hat.
Nach  DlTTMAlER  150  kommen  für  diese  saarländischen  Flurnamen  die  Bedeutungsvarianten
  .Erdklumpen,  Scholle,  Erhöhung1  in  Betracht;  sie  werden
hier  zu  einer  Leitform  Klott  f.  gestellt  und  mit  dem  rheinischen  Appellativ
Kludde  in  Verbindung  gebracht,  das  wegen  seiner  doch  sehr  speziellen  Bedeutung
  .Klumpen  von  Schafwolle;  Kotklümpchen1  usw.  (RheinWb  4,  790)  freilich
  weniger  geeignet  scheint  (im  Genus  gibt  es  allerdings  eine  Übereinstimmung).
  Es  bietet  sich  daher  ein  Vergleich  an  mit  der  im  RheinWb  4,  769-772
unter  dem  Eintrag  K/oss  behandelten  unverschobenen,  niederdeutschen  Variante
  Klüt,  Klöt  und  vor  allem  mit  den  in  ebd.,  822-826  unter  Klut,  Klüt,  Kluten,
  Kliitt(en)  dokumentierten  unverschobenen  Varianten,  für  die  die  flurnamenrelevante
  Bedeutung  ,Erdbällen,  -schölle,  Klumpen,  Erde,  Dreck,  Lehm'
nachgewiesen  ist.  Die  Flurnamen  des  Untersuchungsraumes  dienen  zur  Benennung
  von  Äckern  und  Wiesen.  Zum  Stennweiler  Beleg  weist  ein  Gewährsmann
  auf  den  schweren,  lettig-lehmigen  Boden  hin;  diese  Realprobe  stimmt
sehr  gut  mit  den  Bedeutungsangaben  im  Rheinischen  Wörterbuch  überein.
Das  feminine  Genus  der  Mundartbelege  von  Kostenbach  und  Stennweiler
schließt  auch  morphologisch  an  die  luxemburgischen  und  lothringischen  Verhältnisse
  an.  In  Kostenbach  gibt  es  im  amtlichen  Beleg  eine  Abweichung:
Hier  ist  Klott  Maskulinum  oder  Neutrum.  Genusschwankungen  kommen  bei
diesem  Wort  allerdings  auch  außerhalb  des  Untersuchungsgebietes  vor.  Der
amtliche  Kostenbacher  Beleg  Auf  dem  Klqff  i  Klott  enthält  zwei  Varianten,
von  denen  die  erste,  auch  wegen  der  Dialektform  [of  du  klot],  sicher  als  Verschreibung
  zu  interpretieren  ist.
Auf  der  lautlichen  Seite  fallt  bei  den  Stennweiler  Belegen  der  Wechsel
zwischen  u  in  den  historischen  und  amtlichen  Belegen  und  o  in  der  dialektalen
Form  auf.  Da  die  historischen  Belege  die  Form  Klutt  als  ursprünglich  sichern,
ist  bei  mda.  [glot]  von  der  mitteldeutschen  Senkung  von  kurzem  /u/  zu  /o/
auszugehen.  Die  lenisierte  Aussprache  gl  für  kl  ist  mit  der  binnendeutschen
Konsonantenschwächung  zu  erklären,  die  in  den  deutschen  Mundarten  weit
verbreitet  ist.* 216
(R.  K.)

dass  auch  eine  Kurzform  des  verbreiteten  Personennamens  Nikolaus  vorliegen  kann.
216  Vgl.  z,  B.  einen  Flurnamen  aus  dem  Untersuchungsgebiet:  Klostergasse,  mda.
['gloßcUgas]  (Homburg,  Saarpfalz-Kreis).

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