Wolfgang Kleiber (1986a, 1989, 1995) und Wolfgang Haubrichs (1992).
Auf Verhältnisse vor der Wanderungszeit und damit über den hier ins Auge
gefassten Raum- und Zeithorizont hinaus zielten die nicht unumstritten gebliebenen
Namenkundlichen Studien zum Germanenproblem von Jürgen Udolph
(1994; zur Kritik vgl. LAUR 1997).
Für den Saar-Mosel-Raum bietet das flächendeckende, chronologisch tief
geschichtete und elektronisch abrufbare Namenmaterial des Saarbrücker Archivs
für Siedlungs- und Flurnamen des Saarlandes und des germanophonen
Lothringen (ASFSL, siehe Kapitel 2.1.) eine ideale Quellengrundlage für differenzierte
wortgeographische Untersuchungen auf der Basis des Flurnamenschatzes
(zu ersten Ergebnissen vgl. SCHORR 2000). Durch eine Auswertung
dieser Quellen kann Anschluss gewonnen werden an die wortgeographischen
Studien von LERCHNER und die flurnamengeographischen Arbeiten von
Kleiber und Ramge in den benachbarten westmitteldeutschen und westoberdeutschen
Räumen.
1.4. Methodische Grundlagen zur Erfassung der Flur- und
Siedlungsnamen
Um nach den Prinzipien der Einzelwortforschung möglichst alle relevanten
Lemmata innerhalb des Gesamtmaterials als solche identifizieren, absichern
und nach arealen und chronologischen Gesichtspunkten beurteilen zu können,
war es zunächst notwendig, speziell im Bereich der Mikrotoponymie ein genaues
Bild über die Art und die Menge des zu sammelnden Materials zu gewinnen,
weshalb Lexika und namenkundliche Literatur systematisch nach solchen
Lexemen durchforstet wurden, die in anderen, zumal benachbarten Regionen
wortgeographische Verbreitungsmuster aufweisen. Eine aus diesen Exzerpten
erwachsene Wortliste bildete die Grundlage für entsprechende Sortierungen
der Namenwörter des Untersuchungsraums. Sie setzt sich einerseits
zusammen aus enthaltenen Namenwörtern, die in germanischen Siedlungsund
Flurnamen anderer Teilräume des Westmitteldeutschen und seiner Nachbarräume
sowie gegebenenfalls in der Germania Submersa zu finden sind, andererseits
aus flurnamenrelevanten Appellativen des rheinischen und lothringischen
Wortschatzes. Entsprechend dem Forschungsinteresse waren in erster
Linie ,Nordwörter‘ auszuwählen, die in einem wortgeographischen Zusammenhang
mit dem Niederländischen, Ripuarischen, Niederfränkischen und
Niederdeutschen stehen. Zu ergänzen waren sie durch ,Südwörter1, die einen
wortgeographischen Zusammenhang mit dem Alemannischen aufweisen.
Aus den einschlägigen Wörterbüchern und der Forschungsliteratur wurde eine
vorläufige Wortliste zusammengestellt, die als Grundlage für die Recherchen
in der Datenbank diente. Wichtige auszuwertende Werke waren; ANEN 1945,
Bach 1952-1956, Badisches Wörterbuch, Bichsel 1999, Bingenheimer 1996,
Bliesener 1955, Boileau 1971, Bruch 1954, Buck 1931, Christmann
1938, 1943, 1951, 1957, 1965, Dittmaier, Dolch/Greule 1991, Ekwall
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