me Grub oder Grub gebraucht werden (PfälzWb 4, 140ff. und Karte 227;
Christmann 1938, 21f. mit Karte). Christmanns Karte zeigt, dass in den
Ärmte-Gebieten einst Kaule Bestandteil der gesprochenen Sprache war: Ältere
Flurnamenzeugnisse lassen erkennen, dass Kaule seit ca. 1300 aus der nördlichen
Pfalzhälfte durch Kaute verdrängt wurde (Christmann 1938, 21f. mit
Karte). Eine Land- und Lehmgrube, eine Grube, z. B. zur Aufbewahrung der
Wintergemüse, oder eine Vertiefung in der Erde beim Kinderspiel heißt im
Saarland Kaule (ebd., 21f.; Schön 114). Kaule ist, was die Flurnamen des
Saar-Mosel-Raums angeht, im ganzen Saarland verbreitet, wobei die östliche
Form Kaute, welche im Saar-Mosel-Raum erst spät (17./18. Jahrhundert) auftritt
und in Konkurrenz zu dem alteingesessenen Kaule getreten ist, aus der
Nordpfalz in ursprünglich exklusive Kaule-Räume nach Westen vordringt und
auch in den Flurnamen der östlichen Teile der Landkreise St. Wendel und
Neunkirchen - zumindest in verschrifteten Formen - nicht selten ist (im sogenannten
Pfalzkeil, Schorr 2000, 48ff. und Karte 19; Bauer 1957, 269f. Karte
7; vgl. auch Abschnitt D und Abb. 25).
ln den deutsch-lothringischen Mundarten ist Kuli f. ,Vertiefung, rundes
Loch in der Erde; Grube‘ mancherorts bekannt, wobei sowohl nicht diphthongierte
(mda. kühl in den Arrondissements Forbach, Sarreguemines / Saargemünd,
Bitche) als auch diphthongierte Formen Vorkommen - mda. khäul in
den Kantonen Thionville / Diedenhofen, Sierck-les-Bains, Bouzonville / Busendorf,
Boulay-Moselle / Bolchen (DtLüthrWb 319). Weit verbreitet ist
sonst Kult f. ,Grube, Loch, Vertiefung' (ebd., 322). Im Luxemburgischen
existiert Kaul (Koll in ländlichen Mundarten) f. in der Bedeutung ,Vertiefung
(auch künstliche Vertiefung) im Boden; Grube von geringer Tiefe; Mulde,
Bodensenkung' (LuxWb 2, 302f.).
In der Schweiz findet sich mit anderer Vokalqualität Kule, Külle f. ,längliche
Vertiefung' nur in den Kantonen Zug und Schwyz (SCHWEIZlD 3, 213).
Im Oberdeutschen fehlt das Wort sonst völlig.
D. Kaule heißt im Saarland eine Land- und Lehmgrube, eine Grube, z. B. zur
Aufbewahrung der Wintergemüse, oder eine Vertiefung in der Erde beim
Kinderspiel (Christmann 1938, 21 f.; SCHÖN 114). Kaule weist in Flurnamen
des Saar-Mosel-Raums eine hohe Belegdichte in den nordwestlichen Gegenden
des Untersuchungsgebiets auf: An Obermosel und unterer Saar und an
Prims und oberer Blies, wobei eine Ausdehnung der Belege weiter nach Süden
bis in den lothringisch-westelsässischen Raum zu erkennen ist, der wiederum
Verbindungen zum westmoselfränkischen Raum an Obermosel und unterer
Saar aufweist. Ä7/w//Ä!W?/-Flurnamenbelege werden im sogenannten Pfalzkeil
zum Teil durch Kaute ersetzt, das in den Saar-Mosel-Raum - wie schon
gezeigt - erst spät eingedrungen und in Konkurrenz zu dem alteingesessenen
Kaule getreten ist. In die Dialekte des Saar-Mosel-Raums konnte aber Kaute
kaum eindringen: In den mündlichen Formen der Flurnamen bleibt das Namenwort
Kaute nämlich oft, entsprechend dem appellativischen Gebrauch, als
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