(bes. bei Kinderspielen)\ das als Appellativ allgemein verbreitet ist (vgl. auch
Frischbier 1, 338).
In Thüringen, wo sonst Grube und Delle gelten, ist Kaule f. ,Grube, Delle4
überwiegend in den nordthüringischen Gegenden als Appellativ im Gebrauch;
verstreut kommt es auch am Nordrand Westthüringens und in Süd(ost)-thüringen
vor (ThÜrWb 3, 394).202
In den rheinischen Mundarten ist Kaule f. ,Bodenvertiefung4 als Appellativ
allgemein verbreitet, auch im Rheinfränkischen, mit Ausnahme der Gebiete,
wo das konkurrierende Kaute f. natürliche oder künstliche Grube, Vertiefung4
vorkommt (RheinWb 4, 329ff). Historische Belege für dieses Wort in Flurnamen
kommen bereits im 13. Jahrhundert vor, vgl. 1216 Culen (Neurath,
Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss)20’ oder (auch 13. Jh.) Merdencuel bei
Aachen (Dittmaier 135). Als Appellativ ist Kaule in Hessen hauptsächlich in
Nordhessen bekannt, sonst herrscht Kaute vor (ShessWb 3, 1218, 1221f. und
Wortkarte 92; ShessWb 4, Wortkarte 11; Vilmar 231; Kehrein 1891,218f.).
Die Distribution der mit Kaule gebildeten Flurnamen zeigt ein ähnliches Bild:
Kaule/Kuhle kommt vorwiegend in Nordhessen vor, sonst ist Kaute - spätmhd.
küte f. ,Grube4 - weit verbreitet (HessFlnAtl Karte 94 und Kommentar;
Kehrein 1872, 470ff; Dittmaier 135). In Südhessen ist dementsprechend
Kaule in Flurnamen nur sporadisch belegt - vgl. z. B. 1360
kulesburnen, wobei hier wegen des Fugen-s eher an einen Personennamen zu
denken ist (SHessFln 559). Der nordhessische Name Kaule/Kuhle wird durch
von Nordosten her weiter südwestlich vordringendes Kaute stark zurückgedrängt.
Das Wort Kaule gilt im mittleren Rheinengtal (dort neben Kaute'.
HALFER 1988, 78, Nr. 96.); in Rheinhessen ist Kaule selten neben dem vorherrschenden
Kaute belegt (Bingenheimer 1996, 205; Zernecke 1991,
270f.). Östlich und westlich von Trier sind historische Flurnamen belegt, die
die Präsenz dieses Wortes im Moselland zeigen: vgl. 1448 Garten zu Castell
bei der Kulen (Flurname östlich von Trier) oder 1486 in Poelsberg in der
kaulen (westlich von Trier). Ein aus älterer Zeit belegter Flurname kommt bei
Rommersheim (Gde. Prüm) vor: um 1056/63 in Culun II (: iurnalia), vgl.
auch 1372 ayn der kuellin (bei Ürzig), 1370 in der Kulen (in Lay), oder bei
Echternach 1395 zwo roden in den Kulen (JUNGANDREAS 1962, 181).
In der Pfalz ist Kaule (mda. kaul) f. , Vertiefung, Grube im Boden4 als Appellativ
in der westlichen Südwestpfalz und vereinzelt in der westlichen
Westpfalz verbreitet; Kuli (mda. kul) ist mancherorts in der lothringischen
Südwestecke der Pfalz bekannt, sonst dominiert in der Westpfalz (ohne den
westlichen Teil) gleichbedeutendes Kaute, das auch in der westlichen und
nördlichen Pfalz, aber auch in der Ostpfalz vorkommt, wo ferner die Synony¬202
Kaute f. ,flache Bodenvertiefung' ist in Thüringen nur im Westen belegt (ThürWb
3, 398).
203 Gysseling 556.
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