Hist. KauU amtl. Kaut, mda. [kaut|:
Sulzbach (SB): 1764 or. dt. die kiesskaul / unter der kiesskaul (GEB), o
Unter der Kieskauth [unn de 'kiskaut].
Hist, -grub, amtl. Kaut, mda. |kaul|:
Altheim (Hb): 1752 or. frz. wolffgrub (HSA Mü Pfalz-Zweibrücken
Urkunden 2226), o An der Wolfskaut [on da 'volafskaul], Vor der Wolfskaut
[fo:u da 'volfskaul]. Blickweiler (SI): 1589 kop. dt. uff der wölff groben /
unden ain der leimgroben (LA Sp Gräfinthaler KPB), o Bei der Wolfskaut
[bai da ’volafskaul], In der Lehmkaut [en da 'le:mkaul]. Hasborn-Dautweiler
(SW): 1613 kop. 1774 dt. oben ahn scheckers krub (HSA Mü Kasten blau
393/4 II fol 198r), o Schäckertskaul [di: 'Je:knJ kaul].
Hist. Kuthe, amtl. Kaule, mda. [kaulj:
Wahlschied (SB) 157 or. dt. auf der erzkuthen (LA Sb 22/3257), o Auf den
Erzkaulen [of du 'emdskaul].
(Vgl. Abb. 25)
B. Kaule f. ,Bodenvertiefung, Mulde, Grube4 geht (mit frühneuhochdeutscher
Diphthongierung) auf mhd. küle sw. st. f. ,Grube, Loch4 (Lexer 1, 1766) zurück;11"
vgl. mnd. kule f., nnd. Kule f. ,eingesunkene Bodenvertiefung; künstliche
Vertiefung im Boden4 (MndWb 2, 592; Scheuermann 1995, 133),
frühmnl. cule, kuil f./m. (VroegMnlWb 2, 2615), mnl. cule, cuile, cuul f./m.
,Grube, Vertiefung im Boden‘ (MnlWb 3, 1299; EWN 3, 143), anord. (spät
belegt) küla f. ,Bodenerhebung, Beule4 (De VRIES 1961, 333), norw. schwed.
kula, dän. kule .Beule4, aber auch ,tiefe Stelle im Acker4 (nach Türp/Lalk
592 ist die Bedeutung ,Grube4 aus dem Mittelniederdeutschen entlehnt). Die
Herkunft des Wortes ist unklar: vielleicht zu griech. gyalon .Höhlung, Wölbung4
und lat. vola .Höhlung der Hand4, so dass idg. *geul-/*gül- vorauszusetzen
wäre (KLUGE 544). Ob eine Verwandtschaft mit Keule, Kiel, Kugel in
der Grundbedeutung .Gerundetes nach oben oder unten4 besteht, wird kontrovers
diskutiert (vgl. DlTTMAIER 135; KLUGE 544).201
Das Wort Kaule bezeichnet allgemein eine .Vertiefung im Boden4, sowohl
eine natürliche Vertiefung, z. B. eine Erdmulde oder flache Grube, als auch
eine von Menschen gegrabene Mulde, etwa künstliche Löcher zur Aufbewahrung
von Vorräten oder zur Lagerung von Abfällen oder natürlichen Materialien
(wie Stein, Kies oder Sand). Eine Kaule kann auch ein Tierlager, eine
Schindgrube oder aber .kleine Pflanzenlöcher4 bezeichnen (DWB 1 1, 348;
PfälzWb 4, 140; Rhein Wb 4, 329ff.).
200 Das WMU 2, 1051 nennt einen Beleg aus dem Kölner Raum.
2<" Vgl. auch Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Bd. 2, 1992,
908.
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