Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

pellativische  Nachweis  für  den  Raum:  1219  die  ganze  Ebene  ...  zwischen  den
zwei  Hobe  len.
Im  Saarland  und  im  angrenzenden  Lothringen  (dort  mit  wenigen  Ausnahmen,
  siehe  oben,  Abschnitt  D)  ist  Hiwwel  mit  entrundetem  Vokal  und
stimmhafter  Binnenkonsonanz  die  der  Mundart  geläufige  Form  (vgl.  auch
Braun/Mangold  143;  Schön  103).iw  Erwartungsgemäß  ist  Hiwwel  auch
die  Normalform  der  mundartlichen  Flurnamenbelege.  In  den  historischen  und
amtlichen  Belegen  ist  Hübel  die  häufigste  Variante.  Neben  häufigem  ü  und
der  entrundeten  Variante  i  begegnen  als  Vokale  der  Stammsilbe  mit  Umlaut  ö,
entrundet  e,  ohne  Umlaut  bzw.  ohne  graphische  Kennzeichnung  des  Umlaut  u
sowie  o  aus  mitteldeutscher  Senkung  des  u.  Als  medialen  Konsonanten  zeigen
einige  wenige  historische  Belege  stimmloses/,  ff.  Ein  Vorkommen  mehrerer
Varianten  innerhalb  einer  Gemarkung  ist  im  Untersuchungsgebiet  durchaus
üblich,  z.  B.  in  Faha,  Gde.  Mettlach:  historisch  hüeffels-,  hubels-,  rezent
Hiwels-wies.  Ein  solches  Nebeneinander  von  Varianten  wird  auch  für  die  moselfränkische
  Mundart  an  unterer  Saar  und  Obermosel  verzeichnet:  Hier  gibt
es  sowohl  Hiwwel  m.  ,Hügel4  als  auch  Hubbel  m.  ,kleine  Erhöhung  etc.‘
(Conrath  97  und  101).
Niederwürzbach  und  Homburg  haben  nur  rezente  Belege  für  Hübel.  Dieses
hat  das  in  den  historischen  Belegen  enthaltene  Synonym  Bühl  ersetzt:  1504
kop.  heidenbühell  -  rezent  Am  Heidenhübel  ['hemrohYbl]  (Niederwürzbach);
1564  kop.  rotenbühel  -  rezent  Am  roten  Hübet  [am  'ro:ro  hibl]  (Homburg).
Ein  Hügel  in  Einöd  wird  1564  sowohl  Heidenhübel  als  auch  Heidenbühel  genannt
  (LlPPS  1962,  24  und  111),  daher  wird  der  Beginn  des  Übergangs  von
Bühl  zu  Hübel  für  die  zweite  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  anzusetzen  sein.  Zu
dieser  Zeit  existieren  noch  beide  Varianten  im  appellativischen  Sprachgebrauch.
  Noch  bis  in  das  18.  Jahrhundert  hinein  können  in  Flurnamen  beide
Hügelwörter  nebeneinander  stehen  (so  1717  und  1728  in  Kirkel-Neuhäusel).
Als  Wort  ist  Bühl  zu  dieser  Zeit  in  der  Region  schon  nicht  mehr  lebendig.
Die  Mundartbelege  zu  den  historischen  Hübel-Flurnamen  von  Zetting  sind
mit  der  standardsprachlichen  Bezeichnung  Hügel  gebildet:  [evnjtn  'higol],  [uf
da  'hy:gal];  die  Belege  zeigen  die  typische  Entrundung  von  /ü/.  Die  in  den  historischen
  und  amtlichen  Namen  vorkommende  Bezeichnung  Hübel  wurde  hier
in  der  Mundart  durch  das  Synonym  Hügel,  das  sich  vor  allem  unter  dem  Einfluss
  Luthers  vom  Ostmitteldeutschen  aus  verbreitet  hat  und  in  die  Standardsprache
  eingegangen  ist,  ersetzt.
(R.  K.)

lwZu  einem  laut  Rheinischem  Wörterbuch  im  Saarland  ebenfalls  vorkommenden
Huwwel  (mit  semantischer  Differenzierung)  vgl.  oben  Abschnitt  C.

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