Flurnamen der Region Rheinhessen zeigen die Varianten Hübel, Hüppel,
Hüwwel, Hüppel, Hippel, Hi(e)bel. Sie sind ab dem 14. Jahrhundert belegt.
Die Mundartvarianten Hewwel und Hiwwel sind appellativisch in ganz Rheinhessen,
abgesehen vom sich nach Norden ausdehnenden Buckel-Geb'wX im
Südosten, gebräuchlich (BlNGENHEIMER 1996, 186; Ramge 1979, 161;
Zernecke 1991,250 und 604; Ders. 1999, 31-33). Das Synonym Buckel, das
erst um 1800 von Süden her in diesen Raum vorgestoßen ist, ist vom alten
Kreis Worms in einem schmalen Streifen entlang des Rheins bis nach Mainz
das allgemein geltende Mundartwort für einen Hügel, der übrige Teil Rheinhessens
hat das alte Wort Hübel bewahrt (Ramge 1979, 404).
Laut DWA-Karte ,Hügel4 reicht das westmitteldeutsche Hübel-Gebiet nur
knapp in das westliche Hessen hinein, abgesehen von einer Ausbuchtung im
Rhein-Main-Knie einschließlich der Stadtgebiete von Frankfurt und Darmstadt
(DEBUS 1965, 257; vgl. auch ShessWb 1, Karte 63). In Kurhessen waren
Hüppel, Hoppel m. die allgemein üblichen Bezeichnungen für kleine Erhöhungen
(VILMAR 179), im Herzogtum Nassau die Wortformen Hübel,
Hü(w)wel, Hiwwel, Hüppel, Hippel, Heppel, Hoppel, Hoppel, Hüppel m.
(KEHREIN 1891. 203). Die Buchstabenstrecke A-K des Hessen-Nassauischen
Wörterbuchs wurde noch nicht publiziert; der HessFlnAtl (Kommentar zu
Karte 73) weist jedoch auf eine unveröffentlichte Umfrage des HNassWb aus
dem Jahr 1920 hin, bei der in rund einem Drittel von 104 befragten Orten das
Wort Hübel genannt wurde. Das SHESSWB 3, 754f. und 837 nennt unter den
Einträgen Hubbel m., Hübbel m., Hüppel m. und Hüppel m. .Hügel; Unebenheit
des Bodens, kleiner Erdhügel; Beule, Hautanschwellung'' etc. die Mundartformen
Huwwel, Hiwwel, Hewwel, Hubbel und Hibbel. Das Vorkommen
von Hübel als Name mit diversen Variantenkombinationen, die den Stammvokal
und den medialen Konsonanten betreffen, zeigt Karte 73 des Hess¬FlnAtl:
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt nördlich einer Linie von der unteren
Lahn über den südlichen Vogelsberg bis in die Rhön mit einer Konzentration
im Vogelsberg und in der Schwalm. Belege für die mittlere Lahn sind bei
Jung 1985 (92, 97, 120 und 183) zusammengestellt. Außerhalb dieses Gebietes
fällt eine Häufung des Namens im Hessischen Ried auf, einem sonst durch
die Größe der Gemarkungen eher schwach belegten Raum. Die in SHessFln
521 aufgefuhrten Belege stammen fast zur Hälfte aus dem Hessischen Ried,
die restlichen verteilen sich über die übrigen Teile Südhessens. Der älteste
südhessische Beleg von 1331, Hobelechterrod, gehe auf eine sonst nicht belegte
mittelhochdeutsche Vorform des in rezenten Mundarten vorkommenden
Adjektivs hübelicht ,mit Hügeln, mit Buckeln versehen4 zurück. Ansonsten
sind die Toponyme Südhessens mit den Varianten Hewwel, Hobel, Hübel,
Hoppel sowie, allerdings nur historisch, Hebel, Heppel, Hubel gebildet und ab
dem 16. Jahrhundert belegt.
Zum pfälzischen Appellativ Hübel, Hubel m. .kleiner Berg, hügeliger
Acker, grasiger Abhang, Böschung; Nasenhöcker, Beule4 gehören die Mund¬168